Der Angeklagter sitzt im Gerichtssaal beim Prozess in Idar-Oberstein. Er verdeckt mit einem Aktenordner sein Gesicht. Dem 55-Jährigen wird vorgeworfen, im Februar 2022 im Internet dazu aufgerufen zu haben, Polizisten zu erschießen. (Foto: SWR)

Cophunter-Prozess in Idar-Oberstein

Angeklagter entschuldigt sich für Droh-Videos

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Sebastian Grauer
Foto von Sebastian Gauer, Redakteur bei SWR Aktuell im Regionalbüro Traben-Trarbach (Foto: SWR)

Im sogenannten "Cophunter-Prozess" am Amtsgericht Idar-Oberstein hat sich der Angeklagte am zweiten Prozesstag entschuldigt und ein Geständnis abgelegt.

Vor Gericht sagte er, dass er mit dem Aufruf im Internet, Polizisten zu erschießen, zu weit gegangen sei. Die Videos seien zudem Satire gewesen.

Der 56-Jährige aus der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen entschuldigte sich ebenfalls für eine Mail, die er an die Polizeiinspektion Idar-Oberstein geschrieben hatte. Darin hatte er die Beamten beleidigt und den mutmaßlichen Polizistenmord bei Kusel Anfang des Jahres befürwortet.

Sachverständige sowie weitere Zeugen sollen gehört werden

Der Prozess soll am 8. September fortgesetzt werden. Dann sollen weitere Zeugen sowie eine medizinische Sachverständige aussagen, die mit dem Angeklagten gesprochen hat. Ein Urteil wird dann ebenfalls erwartet.

Angeklagter soll zu Jagd auf Polizisten aufgerufen haben

Der Mann aus der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen soll nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz zwei selbstgedrehte Videos in dem sozialen Netzwerk Facebook veröffentlicht haben, in denen er zur Jagd auf Polizeibeamte, dem sogenannten Cophunting, aufruft. Darin soll er angeboten haben, Polizisten gegen eine Gebühr auf einen Feldweg zu locken, wo sie dann erschossen werden könnten.

Diese Videos soll er veröffentlicht haben, kurz nachdem in Kusel Ende Januar bei einer Verkehrskontrolle ein Polizist und eine Polizeianwärterin durch Schüsse getötet worden waren.

Staatsanwaltschaft: Angeklagter ist "Verschwörungstheoretiker"

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll der 56-Jährige "Anhänger von Verschwörungstheorien" sein. Er halte die Bundesrepublik Deutschland für eine Firma und mRNA-Impfstoffe gegen Corona für vergiftet.

Der Angeklagte sitzt seit Februar in Untersuchungshaft.

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