Ein Zahnarzt muss sich wegen heimlicher Fotos- und Videoaufnahmen seiner Mitarbeiterinnen vor Gericht verantworten (Foto: dpa Bildfunk, Rolf Vennenbernd)

Amtsgericht Saarburg verurteilt Zahnarzt

Zahnarzt macht heimliche Aufnahmen: Geldstrafe

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Ein Zahnarzt aus dem Kreis Trier-Saarburg muss rund 11.000 Euro Geldstrafe zahlen, weil er heimlich eine Praxismitarbeiterin und eine Nachbarin fotografiert und gefilmt hat. Der Angeklagte hat vor dem Saarburger Amtsgericht ein Geständnis abgelegt.

Das Gericht verurteilte den Zahnarzt aus dem Kreis Trier-Saarburg am Donnerstag wegen der - so wörtlich - Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs. Er hatte eine Mitarbeiterin seiner Zahnarztpraxis heimlich beim Umziehen gefilmt und fotografiert. Dazu hatte er eine Minikamera in einer Pralinenschachtel versteckt. Außerdem hatte er eine kleine Kamera an seinem Schlüsselbund befestigt. Den Schlüsselbund hatte er dann jeweils so platziert, dass die Kamera Aufnahmen machen konnte.

Nachbarin fotografiert

In einem anderen Fall hatte er Aufnahmen von einer Nachbarin in seinem Wohnort gemacht. Dabei hatte er durch die Fenster fotografiert, als die Frau sich im Bad oder Schlafzimmer aufhielt und umkleidete.

Vor Gericht hat der Angeklagte die Taten zugegeben. Zu einem möglichen Motiv machte er keine konkreten Angaben, sagte aber, dass die Trennung von seiner Frau dabei eine Rolle gespielt habe. Das Gericht verurteilte ihn in vier Fällen, heimlich Film- und Fotoaufnahmen gemacht zu haben. Eine Reihe weitere Fälle sei inzwischen verjährt.

Besitz einer Rauchgranate

Bei einer Wohnungsdurchsuchung im Zusammenhang mit den heimlichen Aufnahmen war bei dem Zahnarzt noch eine Rauchgranate gefunden worden. Im Prozess gab er an, er habe die Granate bei einem Waldspaziergang gefunden. Das Gericht verurteilte den Zahnarzt schließlich zu 85 Tagessätzen zu 130 Euro. Damit gilt der Arzt als nicht vorbestraft. Seine Zahnarztpraxis betreibt er weiter.

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