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Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat im Fall des Traben-Trarbacher Cyberbunkers gegen acht Verdächtige Anklage erhoben. Der Vorwurf lautet auf Bilden einer kriminellen Vereinigung und Beihilfe zur Verbreitung von Drogen, Falschgeld und Kinderpornografie. Das teilte Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer auf einer Video-Pressekonferenz in Koblenz mit.

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Vier Niederländer, drei Deutsche und ein Bulgare sollen sich demnach vor dem Trierer Landgericht verantworten. Kopf der Gruppe soll ein 60-jähriger Niederländer gewesen sein. Zusammen mit den anderen soll er das Rechenzentrum aufgebaut und betrieben haben. Laut Generalstaatsanwaltschaft bestand der Zweck darin, dass Kriminelle darüber Drogen, Falschgeld, Kinderpornografie und gestohlene Daten verkaufen konnten und gleichzeitig vor Strafverfolgung geschützt waren.

Juristisches Neuland

Es ist nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft das erste Mal deutschlandweit, dass nicht gegen die Betreiber von Marktplätzen im Darknet Anklage erhoben wird, sondern gegen diejenigen, die die Technik zur Verfügung stellen. Insofern werde mit dem bevorstehenden Gerichtsverfahren juristisches Neuland betreten.

Verhandlung nicht vor Sommer

Die Anklage ist die Voraussetzung für die Eröffnung einer Hauptverhandlung. Darüber entscheidet das Landgericht Trier. Die Generalstaatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass die Hauptverhandlung nicht vor dem Sommer eröffnet wird. Da zwei Angeschuldigte zur Tatzeit noch Heranwachsende waren, soll die Jugendkammer des Gerichts den Fall übernehmen. Die meisten der Beschuldigten waren bei einer Razzia im September 2019 festgenommen worden.

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