Tiefbauarbeiten für die neuen Poller am Domfreihof in Trier. (Foto: SWR,  Frank Scheuer)

Neues Sicherheitskonzept für Innenstadt

Nach Amokfahrt in Trier: Erste Poller werden gebaut

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Anna-Carina Blessmann

Nach der Amokfahrt in Trier soll jetzt ein Sicherheitskonzept für die Innenstadt umgesetzt werden. Die ersten Hochsicherheits-Poller werden seit Montag am Domfreihof gebaut. Bis zum Weihnachtsmarkt sollen sie fertig sein.

Am Freitag wurde schon die Baustelle eingerichtet. Am Montag haben die Tiefbauarbeiten für die ersten Hochsicherheitspoller in der Liebfrauenstraße am Domfreihof begonnen.

Wenn nichts dazwischenkommt, so ein Stadtsprecher, rechnet man damit, dass die versenkbaren Poller innerhalb von vier bis sechs Wochen fertiggestellt sein werden. Pünktlich zum Beginn des Weihnachtsmarktes sollten sie also schon zumindest einen Eingang zur Innenstadt schützen.

Riesiges Loch für einen Poller

Zuvor müsse aber noch einiges getan werden: Für einen Poller muss laut Stadt ein Loch so groß wie ein Auto gegraben werden. Der Poller brauche unterirdische Zuleitungen, um elektrisch versenkt werden zu können.

Auch die anderen Versorgungsleitungen unter dem Straßenpflaster müssten eventuell verlegt werden. Zudem solle auch geschaut werden, ob sich unter dem Boden nicht historisch wertvolle Überreste der Römerzeit oder Ähnliches finden.

Die Innenstadt wird in zehn Sicherheitszonen eingeteilt, die unterschiedlich gesichert und zu unterschiedlichen Zeiten fertiggestellt werden sollen. (Foto: Stadt Trier)
Die Innenstadt ist in zehn Sicherheitszonen eingeteilt, die unterschiedlich gesichert und zu unterschiedlichen Zeiten fertiggestellt werden sollen. Stadt Trier

Sicherheitskonzept in Trier kann schneller umgesetzt werden

Die Poller sind Teil des neuen urbanen Sicherheitskonzepts der Stadt Trier, das der Stadtrat im April mit großer Mehrheit beschlossen hat. Die Stadt wird in zehn Zonen aufgeteilt, die durch versenkbare, demontierbare oder feste Barrieren geschützt werden.

Für die einzelnen Zonen soll nach und nach der Bau beschlossen werden, sodass das ganze Konzept bis 2024 umgesetzt werden kann. Damit ist das Projekt laut Stadtsprecher in der Umsetzung weiter als in anderen rheinland-pfälzischen Städten.

Trier ist so schnell, weil in der Stadtverwaltung schon vor der Amokfahrt am 1. Dezember 2020 ein Pollerkonzept existierte. Es sei unter Beteiligung der Bürger schon so weit vorangeschritten gewesen, dass das Sicherheitskonzept darauf aufbauen konnte, so ein Sprecher.

Sichterheitsgefühl wichtig für Augenzeugen der Amokfahrt

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) sagte am Montag, es gehe jetzt darum, "dass wir zügig einen Poller nach dem anderen setzen". Opfer und Augenzeugen der Amokfahrt berichteten immer wieder, wie wichtig es für sie sei, "wieder ein Sicherheitsgefühl in der Stadt" zu haben.

Lewentz: Trier beispielgebend für Rheinland-Pfalz

Trier sei mit seinem urbanen Sicherheitskonzept "beispielgebend zumindest für Rheinland-Pfalz", sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD) bei der Übergabe des Bewilligungsbescheids über 675.000 Euro für die erste Bauphase. Er sicherte eine Förderung von 90 Prozent bei Kosten in Höhe von insgesamt 6,6 Millionen Euro zu.

"Wir wollen, dass die Menschen weiterhin in den Innenstädten flanieren können, spazieren gehen können, einkaufen können und das Gefühl haben, dass der Staat, die Kommune und das Land alles dafür tun, dass die Menschen sicher in der Stadt unterwegs sein können", sagte Lewentz. Aber: "Wir versprechen nicht die absolute und 100-prozentige Sicherheit. Das können wir nicht."

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