Auch dieses Jahr werden wieder Sternschnuppen, die Perseiden, wie hier am Himmel über der Eifel zu sehen sein. (Foto: D. Frangenberg, Astronomische Vereinigung Vulkaneifel am Hohen List)

Perseiden am Himmel über der Eifel

Mit diesen 5 Tipps sehen Sie Sternschnuppen

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Anna-Carina Blessmann
Anna-Carina Blessmann am Mikrofon (Foto: SWR)

Der August ist der Sternschnuppenmonat: Wann und wo man vor allem den Perseidenschwarm jetzt am besten beobachten kann - das erklärt SWR Aktuell mit dem Astronomen Ulrich Klein vom Observatorium Hoher List in Schalkenmehren.

Einmal im Jahr, rund um den 12. August, kreuzt die Erde die Bahn eines Kometen. Der verliert kleine Staubteilchen. Die Erde rast hindurch, die Teilchen glühen in der Erdatmosphäre auf und sind vermehrt als Sternschnuppen zu sehen.

1. Den richtigen Ort finden

Um diese Sternschnuppen mit bloßem Auge beobachten zu können, braucht es vor allem eins, sagt Prof. Dr. Ulrich Klein: Dunkelheit. Die finde man eher nicht in der Stadt oder in Gewerbegebieten, die stark illuminiert sind: "In der Eifel geht das an vielen Orten aber sehr gut: weg vom Licht."

Jedes Jahr im August bewegt sich die Erde durch den Meteoritenschwarm eines Kometen. Die kleinen Trümmerteile ziehen als Sternschnuppen über den Himmel. (Foto: Ulrich Klein, Astronomische Vereinigung Vulkaneifel am Hohen List)
Jedes Jahr im August bewegt sich die Erde durch den Meteoritenschwarm eines Kometen. Die kleinen Trümmerteile ziehen als Sternschnuppen über den Himmel. Ulrich Klein, Astronomische Vereinigung Vulkaneifel am Hohen List Bild in Detailansicht öffnen
Die Sternschnuppen lassen sich von einer Wiese oder einem Hang aus in Richtung Osten beobachten. Am besten auf dem Land, weil es hier nicht eine solche Lichtverschmutzung wie in der Stadt gibt. Linus Sorg Bild in Detailansicht öffnen
Mit einer sogenannten "AllSky-Kamera" fotografieren Astronomen den Sternenhimmel die ganze Nacht durch, um die besten Bilder zu erzielen. Antonio Schmusch Bild in Detailansicht öffnen

Wenn man dann einen dunklen Ort in der Eifel gefunden hat, sollte man sich am besten mit einer Decke auf eine Wiese in Richtung Osten legen. Der Punkt am Himmel, aus dem die Sternschnuppen scheinbar kommen, liegt im Sternbild des Perseus. Das ist wegen der Erdbewegung im Moment im Osten zu sehen.

2. Am richtigen Tag in den Himmel gucken

Der stärkste Sternschnuppenschwarm, den man jährlich beobachten kann - die Perseiden - taucht in der Nacht vom 12. auf den 13. August auf, sagt Klein. Denn Sternschnuppen sind die Hinterlassenschaften eines Kometen. Kommen diese auf ihrer elliptischen Bahn sehr nah an der Sonne vorbei, bilden sie Schweife, so Klein.

Der Sonnenwind weht dann Teilchen des Kometenschweifs heraus: "Die werden regelrecht da rausgehauen." Diese Teilchen verteilen sich auf der Bahn des Kometen. Immer am 12. August kreuzt die Erde die Bahn des Kometen "Swift-Tuttle".

"Wenn die Erde also diese Kometenbahn kreuzt, die dann voller kleiner Staubteilchen ist, dann knallen die Teilchen als Sternschnuppen in die Erdatmosphäre hinein."

3. Zur perfekten Zeit nach Sternschnuppen suchen

Das ist auch der Grund, warum man die Sternschnuppen am 12. August am besten nach Mitternacht sieht: Dann hat sich die Erde nämlich so weit gedreht, erklärt Klein, dass Mitteleuropa genau frontal zur Flugbahn der Kometenteilchen liegt. "Wer noch bis 3 Uhr morgens ausharren kann, der hat sogar die Chance auf noch mehr Sternschnuppenerlebnisse."

4. Gute Fotos der Perseiden knipsen

Ulrich Klein und seine Kollegen von der Astronomischen Vereinigung Vulkaneifel am Hohen List fotografieren selbst den Nachthimmel, daher weiß er, was man braucht, um Sternschnuppen einzufangen: Am besten eine digitale Spiegelreflexkamera. Es funktioniere aber auch mit einer kleineren sogenannten Bridge-Kamera.

Sternschnuppen kann man zwar auch mit bloßem Auge beobachten, wenn man sich an die Dunkelheit gewöhnt hat. Fotografieren lassen sie sich aber am besten mit einem Weitwinkelobjektiv. (Foto: SWR, Anna-Carina Blessmann)
Sternschnuppen kann man zwar auch mit bloßem Auge beobachten, wenn man sich an die Dunkelheit gewöhnt hat. Fotografieren lassen sie sich aber am besten mit einem Weitwinkelobjektiv. Anna-Carina Blessmann

Diese sollte auf einem Stativ montiert werden und vor allem keine allzu lange Brennweite haben. Die Linse sollte 135 Millimeter also nicht überschreiten und es sollte möglichst im Weitwinkel fotografiert werden. Wichtig sei auch ein Fernauslöser, mit dem man den Kameraverschluss für eine Langzeitbelichtung offen halten kann.

"Man sollte durchaus eine Viertelstunde belichten. Dann hat man eine gute Chance, Sternschnuppen aufs Bild zu bekommen."

Das bedeutet im Umkehrschluss: Fotos von Sternschnuppen mit der Handykamera werden eher nichts, weil bei Smartphones keine Langzeitbelichtung in der erforderlichen Dauer möglich ist.

5. Nicht enttäuscht sein

2022 ist nicht unbedingt ein gutes Jahr für Sternschnuppen im August. Auch wenn man vor dem künstlichen Licht aus der Stadt geflüchtet ist, kann man eine Lichtquelle nicht so einfach ausknipsen: den Mond.

"Leider trübt die Sache im Moment der sehr helle Mond. Wir haben ja praktisch Vollmond. Mit seiner alles überstrahlenden Helligkeit lässt der Mond nur noch die hellsten Sternschnuppen sichtbar werden."

Es werde auch ein paar Jahre dauern, bis der Mond sich so verschoben hat, dass der Vollmond nicht mehr mit den Perseiden zusammenfällt. Beim hellen Mond könnte die Viertelstunde Belichtungszeit für Fotos auch schon zu viel sein, man solle sich langsam herantasten.

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