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1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – zu diesem Anlass nimmt das Trierer Stadtmuseum seine Besucher mit auf eine Stadtführung der besonderen Art.

Vom Mittelalter bis in die Moderne, überall finden sich in Trier Spuren jüdischen Lebens - sei es das frühere Wohnhaus der jüdischen Künstlerin Adele Elsbach oder das mittelalterliche Judenviertel.

Erzählen vom Zusammenleben

In einer digitalen Ausstellung im Stadtmuseum Simeonstift erzählen 31 Archäologen, Historiker und jüdische Mitbürger vom Leben der Juden in Trier - und das weit über die Zeit des Nationalsozialismus hinaus. Denn Ziel der Ausstellung sei es auch, die friedlichen und fruchtbaren Jahre des jüdisch-christlichen Zusammenlebens vor und nach dem Holocaust zu zeigen.

Die Stadt Trier wird zum Exponat

Das Konzept bestehe darin, die Stadt selbst, also die Innenstadt Triers zum Ausstellungsstück zu machen. "Dazu lassen wir Experten sprechen, was diese Orte mit der jüdischen Geschichte zu tun haben", erklärt Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums.

"Und so kann der Besucher sich auf einen Spaziergang durch die Stadt begeben, aber an einem festen und geschützten Ort."

Elisabeth Dühr, Stadtmuseum Simeonstift

Über Kopfhörer können Einzelschicksale, historische Orte und jüdisches Leben im heutigen Trier an fünf digitalen Stationen im Museum erkundet werden. Beispiele dafür gibt es viele - selbst die Porta Nigra, das Wahrzeichen der Stadt, hat ihren Platz in der Geschichte des jüdischen Lebens in Trier.

Jüdische Geschichte im Alltag bewusst machen

Es sind Orte wie Kaufhäuser, Kirchen aber zum Beispiel auch Statuen, an denen die Trierer beinahe jeden Tag vorbeikommen, ohne zu wissen, welche Bedeutung diese eigentlich haben, berichtet Elisabeth Dühr.

"Wir hoffen, dass wir so ganz viele Menschen dazu bringen können, sich der jüdischen Geschichte in Trier bewusst zu werden und diese auch beim Gang durch die Stadt bewusst zu erleben."

Elisabeth Dühr, Stadtmuseum Simeonstift
Stuttgart

Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Im Jahr 2021 feiert die Bundesrepublik Deutschland das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Aus diesem Anlass soll nicht nur gegen das Wiedererstarken des Antisemitismus gekämpft, sondern vor allem auch auf die vielfältigen Lebensrealitäten der Jüdinnen und Juden in Deutschland geblickt werden.  mehr...

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