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Der Verein "Missbrauch im Bistum Trier" (MissBiT) kritisiert die Einigung der deutschen Bischöfe auf Einmalzahlungen für Missbrauchsopfer. Der MissBiT-Vorsitzende Thomas Schnitzler sagte dem SWR, die Zahlungen kämen zu spät und seien nicht hoch genug.

Die deutschen Bischöfe hatten sich auf ihrer Herbst-Vollversammlung in Fulda auf ein einheitliches Verfahren für die Einmalzahlungen an Opfer sexuellen Missbrauchs geeinigt. Dieses Verfahren soll künftig in allen 27 Diözesen gelten und einen einheitlichen Leistungsrahmen gewährleisten. Das Verfahren soll zum 1. Januar 2021 starten.

Maximal 50.000 Euro Einmalzahlung

Die Höhe der Zahlungen soll sich an von staatlichen Gerichten zugesprochenen Schmerzensgeldern für ähnliche Fälle orientieren. Dabei soll es in der Regel um Beträge zwischen 5.000 und maximal 50.000 Euro gehen. Zusätzlich könnten Betroffene wie bisher auch die Kosten für Therapien beantragen, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz, der Limburger Bischof Bätzing. Teil des Verfahrens ist ein zentrales unabhängiges Gremium, das über die Höhe der Einmalzahlungen entscheidet.

MissBiT: Summe zu niedrig

Nach Ansicht von MissBiT ist die maximale Entschädigungssumme von 50.000 Euro zu niedrig. Es gehe darum, dass viele der Opfer lebenslang geschädigt seien. Dies könne durch eine solche Einmalzahlung nicht annähernd ausgeglichen werden, so der Vorsitzende Schnitzler.

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