Covid-Intensivstation (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Sebastian Gollnow (Symbolbild))

Mitarbeiter fallen wegen Corona-Infektion aus

Personalausfall wegen Omikron im Krankenhaus Wittlich

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Auf der Intensivstation im Krankenhaus Wittlich gibt es derzeit keine Covid-Patienten mehr. Dafür fallen Ärzte und Pfleger wegen Corona aus.

Professor Dr. Christian Bruch ist Chefarzt für Innere Medizin und Intensivmedizin am Verbundkrankenhaus in Wittlich. Er sagt im SWR-Interview: Die Omikron-Variante des Coronavirus wirkt sich unterschiedlich auf das Infektionsgeschehen aus.

Derzeit liegen keine Covid-Patienten mehr auf der Intensivstation. Aber unter den Mitarbeitenden gibt es immer wieder Ausfälle.

Prof. Dr. Christian Bruch Chefarzt KH Wittlich zur Corona Lage (Foto: SWR)
Prof. Dr. Christian Bruch, Chefarzt im Verbundkrankenhaus Wittlich.

SWR Aktuell: Herr Prof. Bruch, wie ist derzeit die Lage im Wittlicher Krankenhaus?

Prof. Dr. Christian Bruch: "Wir haben derzeit nicht mehr so viele Covid-Patienten, wie während der ersten Wellen. Auf Normalstationen haben wir sechs Covid-positive Patienten, auf der Intensivstation haben wir im Moment keinen.

Was wir aber feststellen und was auch extrem mühsam ist für alle: Dass wir doch eine Reihe von infizierten Covid-positiven Mitarbeitern haben, die sich angesteckt haben, auch wenn sie ihre Booster-Impfung haben. Das schafft natürlich Lücken und die Lücken sind dann auch nicht so einfach zu kompensieren. Das ist anders, als bei den vorangegangenen Wellen: Wir haben doch eine relativ hohe Ansteckungsrate unter den Mitarbeitern."

SWR Aktuell: Heißt das, dass die Variante Omikron also offensichtlich viel ansteckender ist?

Bruch: "Bei den Mitarbeitern hier, die bei uns direkt betroffen waren, konnten wir manchmal den Infektionsweg nicht so richtig nachvollziehen. Aber manche haben sich bei ihren Kindern angesteckt.

"Manche Mitarbeiter haben kleine Kinder und die kommen aus dem Kindergarten - da war dann ruck-zuck die ganze Familie positiv."

Also bei den Mitarbeitern, die jüngere Kinder haben, im Alter von drei bis sechs Jahren - da gibt es einige, die positiv sind. Die haben sich das dort geholt."

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SWR Aktuell: Wie sehen Sie das Krankenhaus auf Omikron vorbereitet?

Bruch: "Wir sind natürlich schon vorbereitet, indem wir hier unsere Mitarbeiter alle regelmäßig testen. Wir haben ja eine Testpflicht. Auch, wenn wir geboostert sind. Zweimal die Woche müssen wir uns alle testen. Das wird auch erfasst und dem Gesundheitsamt gemeldet.

Die Schutz- und Hygienemaßnahmen werden wirklich minutiös eingehalten. Und von daher versuchen wir uns schon so gut wie möglich zu wappnen gegen Omikron."

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SWR Aktuell: Wie wirkt sich Omikron auf die Patienten aus?

Bruch: "Was wir bisher nicht haben, sind die schwerkranken Patienten auf Intensivstationen. Das haben wir jetzt hier in der Form nicht mehr so heftig mitbekommen wie bei den vorangegangenen Wellen. Da waren mehr Patienten mit schweren Lungenentzündungen, die Covid-infiziert waren, die wir versorgen mussten, das ist der Unterschied."

SWR Aktuell: Experten befürchten aber, dass sich die normalen Stationen auch langsam füllen mit Covid-Patienten?

Bruch: "Ja, wer weiß. Von den derzeit sechs covid-infizierten Patienten auf der Normalstation, von denen sind drei ältere Patienten. Sie haben sich mit Corona infiziert trotz Boosterung. Zum Glück haben sie bisher keine schweren Lungenentzündungen, die wir bis jetzt gesehen haben unter der Delta-Variante.

Die Verläufe scheinen wirklich etwas anders zu sein. Omikron scheint für die Lunge nicht ganz so aggressiv zu sein wie die Delta-Variante. Es kann durchaus sein, dass mit den hohen Infektionsraten jetzt in Deutschland da noch etwas auf uns zukommen wird. Das wissen wir nicht so ganz genau. Die Befürchtung ist natürlich da.

Wir hoffen, dass wir die Patienten dann weiterhin so adäquat versorgen können, wie wir es bis jetzt gemacht haben."

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