STAND

Rund zwei Monate nach der Amokfahrt in Trier ziehen die Behörden ein positives Fazit zur bisherigen Betreuung der Opfer. Erstmals gab es auch ein Treffen mit den Hinterbliebenen.

Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) sagte im Hinblick auf die Schwerverletzten - die beiden Männer seien noch in Kliniken. Aber es bestehe "im Augenblick wohl keine Lebensgefahr mehr. Aber es sind wirklich Schwerstverletzte und es wird dauern." Ein weiteres Opfer konnte von einer Intensiv-Station in die Reha verlegt werden.

Video herunterladen (5 MB | MP4)

Betreuung der Opfer und Angehörigen

Rund zwei Monate nach der Amokfahrt in Trier ziehen die Behörden ein positives Fazit zur bisherigen Betreuung der Opfer. Am vergangenen Wochenende fand zum ersten Mal ein Treffen mit den Hinterbliebenen der Toten und Angehörigen der Schwerverletzten statt.

Ein Wunsch der Angehörigen: sie wollten Zeitpunkt und Ort der zentralen Gedenkfeier mitbestimmen. Wegen der hohen Teilnehmerzahl werde diese Feier erst nach Aufhebung der Corona-Schutzmaßnahmen stattfinden können, so der Trierer Oberbürgermeister.

„Mich hat ermutigt, wie hilfreich diese Veranstaltung für die Menschen war. Wir wollen sie erst mal monatlich wiederholen.“

Zwei Monate nach der Amokfahrt von Trier berichtet Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) über die bisherige Betreuung der Opfer (Foto: SWR)
Zwei Monate nach der Amokfahrt von Trier berichtet Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) über die bisherige Betreuung der Opfer

"Ich weiß nicht, ob wir alles richtig gemacht haben. Wir konnten ja nur versuchen, was aus der Schublade der bisherigen Erfahrungen zu ziehen. Aber die Rückmeldungen zeigen, dass wir vielen Menschen nach der Amokfahrt eine große Hilfe sein konnten.“

Gedenkstätten auf Wunsch der Opfer abgeräumt

Eine kleine Schneeschicht liegt auf den Kerzen und dem Kranz, die an der Porta Nigra an die Opfer der Amokfahrt vom 1. Dezember erinnern. Auf Wunsch der Angehörigen sind die anderen Gedenkstätten in der Innenstadt mittlerweile abgeräumt.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe versichert, dass die vielen Kuscheltiere und anderen Gegenstände sorgsam eingelagert wurden. Einige hätten die Angehörigen der Opfer aber auch nach Hause genommen.

Große Solidarität

Mittlerweile haben mehr als 10.000 Menschen für die Opfer und ihre Angehörigen gespendet. Die Spendensumme ist auf mehr als eine Millionen Euro angewachsen. Oberbürgermeister Wolfram Leibe nannte diese Spendensumme "fantastisch und mehr als beeindruckend". Sie zeige, wie groß die Solidarität in Trier sei. Das werde auch von den Angehörigen der Opfer wahrgenommen.

In den kommenden Wochen soll mit dem Geld eine Stiftung gegründet werden. Sie soll auch langfristig helfen, denn noch immer meldeten sich neue Zeugen der Amokfahrt, die mit dem Erlebten nicht klar kämen.

Viele Menschen psychisch verletzt

Bei der Tat am 1. Dezember 2020 waren fünf Menschen getötet und 24 Personen zum Teil schwer verletzt worden. Zudem gebe es etwa 300 Menschen, die psychische Verletzungen erlitten haben. Für die Opfer und Angehörigen waren bis zum 27. Januar bereits rund eine Million Euro Spenden eingegangen.

Ein Amokfahrer war mit einem Sportgeländewagen durch die Fußgängerzone gerast und hatte gezielt Menschen angesteuert. Der 51 Jahre alte mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft und hat noch keine Angaben zum Motiv gemacht.

Trier

Augenzeuge der Amokfahrt in Trier Ali Jokar: "Ich kämpfe noch immer mit den schrecklichen Bildern"

Zwei Monate nach der Amokfahrt in Trier kämpfen noch immer viele Augenzeugen der Tat mit den schrecklichen Bildern - so wie Ali Jokar.  mehr...

Trier

Wunsch von Angehörigen Gedenkorte der Trierer Amokfahrt aufgelöst

Die Gedenkorte nach der Amokfahrt in der Trierer Fußgängerzone sind aufgelöst worden. Dies sei auf Wunsch von einigen Angehörigen der Opfer geschehen, so die Stadt. Auch die Hinterbliebenen-Familien hätten dem ausdrücklich zugestimmt.  mehr...

Am Mittag SWR4 Radio Trier

STAND
AUTOR/IN