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In der Gemeinde Kröv will der Zweite Beigeordnete Bernd Ketter (FDP) zurücktreten. Grund dafür ist eine vorgezogene Impfung des Ortsbürgermeisters Thomas Martini (parteilos), dessen Frau ebenfalls geimpft worden ist. Auch der Idar-Obersteiner Oberbürgermeister Frühauf hat inzwischen eingeräumt, bereits im Januar gegen das Coronvirus geimpft worden zu sein.

Nach Angaben von Bernd Ketter gibt es keinen Grund dafür, dass der Ortsbürgermeister sich Mitte Januar impfen ließ, obwohl er nicht zur Gruppe mit der "Priorität 1" gehörte. Zudem habe der Bürgermeister zugegeben, dass auch seine Frau, obwohl sie nicht an der Reihe gewesen sei, auch geimpft worden sei.

Für einen Bürgermeister, der sich so verhält, wolle er nicht mehr arbeiten, sagte Ketter.

Corona-Impfung hätte direkt öffentlich gemacht werden müssen

Wenn der Gemeindechef mit gutem Beispiel hätte vorangehen wollen, wie er es gegenüber dem Gemeinderat behauptet habe, dann hätte er die Impfung direkt öffentlich machen müssen.

Kröver Ortsbürgermeister rechtfertigt die Impfung

Der Ortsbürgermeister von Kröv, Thomas Martini, will wegen der Impfung nicht zurücktreten. Er habe sie angenommen, weil der Impfstoff übrig gewesen sei und sonst verfallen und vernichtet worden wäre.

"Ich habe auch zu keiner Zeit mein Amt als Ortsbürgermeister hierzu missbraucht."

Thomas Martini, Ortsbürgermeister von Kröv

Bereits im Januar geimpft

In einer persönlichen Erklärung, die dem SWR vorliegt, hatte Thomas Martini Anfang der Woche erklärt, Mitte Januar geimpft worden zu sein. Darin schrieb er, dass er darüber informiert wurde, dass während einer Impfaktion in einem Seniorenheim Impfstoff übrig bleiben könnte. Daraufhin habe das Impfteam ihn angerufen und gefragt, ob er spontan bereitstehe und sich impfen lassen wolle.

Bereits im Januar geimpft: Idar-Obersteins Oberbürgermeister Frühauf

Kommunal Politiker zum Thema Nebeneinkünfte (Foto: SWR)
Auch vorzeitig geimpft: Idar-Obersteins Oberbürgermeister Frank Frühauf.

Inzwischen hat auch der Oberbürgermeister von Idar-Oberstein, Frank Frühauf, eingeräumt, schon im Januar gegen das Coronavirus geimpft worden zu sein. Er sei als Helfer in einer Senioreneinrichtung gewesen. Zu dieser Zeit sei es gängige Praxis gewesen, übrig gebliebene Impfdosen innerhalb der Impfteams zu nutzen. Die Ärzte des mobilen Impfteams hätten ihm auf seine Nachfrage versichert, dass zu diesem Zeitpunkt keine impfberechtigte Person zur Verfügung stand. Er habe zugesagt, weil der Imfpstoff sonst verfallen wäre. Im Januar habe auch das Bundesgesundheitsministerium entschieden, im Zweifel sei alles besser, als Imfpdosen wegzuwerfen.

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