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Nach der Amokfahrt am 1. Dezember durch Trier haben Ermittler etwa 400 Zeugen befragt. Damit sollen die Einzelheiten der Tat geklärt werden.

Nach Angaben des leitenden Oberstaatsanwalts in Trier, Peter Fritzen, dauern die Ermittlungen an. Derzeit sei keine Prognose darüber möglich, wie lange die Ermittlungen dauern und wann Anklage erhoben werden kann.

Motiv weiter unklar

Zum Motiv der Tat gebe es keine neuen Informationen. Der in Untersuchungshaft sitzende Mann habe bisher nichts Verwertbares ausgesagt, weder zum Motiv noch zu der Tat selbst.

Auch das psychiatrische Gutachten, in dem der Beschuldigte untersucht werden soll, liege noch nicht vor. Der 51 Jahre alte mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft.

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Inzwischen seien fast alle Zeugen vernommen worden. Die Ermittler seien dabei, anhand der Vernehmungen und der kriminaltechnischen Untersuchungen die Einzelheiten des Tatgeschehens herauszuarbeiten. Angesichts der hohen Zahl der Opfer und der vielen Vernehmungen werde dies noch etwas dauern.

Zahlreiche Spuren gesichert

So werteten die Kriminaltechniker derzeit beispielsweise immer noch die Spuren der Tat sowie die Handyvideos aus, die Passanten am Tag der Tat gedreht hatten.

Unmittelbar nach der Amokfahrt war die ganze Trierer Innenstadt zwischen der Konstantinstraße, in der die Fußgängerzone beginnt, bis zur Porta-Nigra als Tatort abgesperrt worden, um noch vor Ort so viele Spuren wie möglich sichern zu können.

Der Trierer Cartoonist Johannes Kolz malte nach der Amokfahrt eine weinende Porta Nigra (Foto: Johannes Kolz)
Der Trierer Cartoonist Johannes Kolz malte nach der Amokfahrt eine weinende Porta Nigra Johannes Kolz

Gedenkort an der Porta Nigra

Die Amokfahrt in Trier hat viele Menschen in Trier schockiert und bewegt. Kurz nach der Tat gab es überall in der Stadt Orte, an denen Menschen Kerzen, Stofftiere, Blumen oder Briefe abgelegt hatten.

Diese wurden Anfang des Jahres in Absprache mit den Angehörigen der Opfer weggeräumt. An der Porta Nigra gibt es aber noch einen Gedenkort, an dem Menschen innehalten und eine Kerze aufstellen können.

Termin für Gedenkveranstaltung noch offen

Anfang Februar gab es in der Stadt Trier ein Treffen der Angehörigen der Todesopfer und Schwerverletzten. Nach Angaben der Stadt Trier wurde aber noch keine keine Entscheidung über eine größere Gedenkveranstaltung getroffen, an der auf Wunsch der Angehörigen viele Bürger teilnehmen können. Dies sei derzeit wegen der Corona-Pandemie ohnehin nicht möglich.

Tat bewegt die Menschen noch immer

Auf dem Spendenkonto, das die Stadt Trier für die Opfer der Amokfahrt eingerichtet hatte, kamen bisher mehr als 1 Million Euro zusammen. Unter dem Motto "Trier steht zusammen" hatten mehr als 10.000 Menschen für die Opfer der Amokfahrt gespendet.

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