Der Trierer Bischof Stephan Ackermann (Foto: SWR)

Nach Kritik an Opfern

Missbrauchsopfer empört über Bischof Ackermann

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Eine Opfer-Initiative hält den Trierer Bischof Ackermann in seinem Amt für ungeeignet. Hintergrund sind kritische Äußerungen des Bischofs über Initiativen für Missbrauchs-Opfer.

Bei einer Podiumsdiskussion während des Ökumenischen Kirchentages hatte Ackermann am Wochenende gesagt, es sei wenig hilfreich, wenn Betroffenenbeiräte zur Aufarbeitung des Missbrauchs mehrheitlich von - so wörtlich - Aktivisten besetzt seien. Diese sähen ihre Rolle nur darin, den Finger in die Wunde zu legen und dies politisch-öffentlich zu tun.

Missbrauchsopfer sind schockiert

Nach den Äußerungen des Trierer Bischofs nannten Betroffene die Aussagen skandalös. Die Theologin Doris Reisinger sagte, die Bischöfe trügen die institutionelle Verantwortung für die Gewalt, die die Betroffenen als Kinder erlitten haben. Die Bischöfe ständen in der Schuld der Betroffenen, nicht umgekehrt.

Opfer von Bischofs-Entschuldigung nicht überzeugt

Der Trierer Bischof entschuldigte sich einen Tag nach seinen Aussagen über die Social-Media-Plattform twitter für seinen Äußerungen.

#Bischof Dr. Stephan Ackermann (1/2): Ich bedauere den missverständl. Begriff „Aktivisten“ im Zusammenhang mit Betroffenenbeiräten. Selbstverständlich ist es gut & notwendig, hochaktive Mitglieder in den Beiräten zu haben. #oekt #Podium #Aufarbeitung #Missbrauch

Die Trierer Opfer-Initiative "MissBiT" hält die Entschuldigung für wenig überzeugend. Ackermann habe sich mit seinen Aussagen selbst entlarvt. In einer Pressemitteilung schreibt die Initiative: "Er möchte lieber Betroffene in den Beiräten haben, die in erster Linie die Kirche retten wollen und nicht die Wahrheit. Er möchte keine, die kritisch sind."

Missbrauchsopfer legen Bischof Rücktritt nahe

MissBiT hält den Trierer Bischof Ackermann nach seinen Äußerungen für ungeeignet weiterhin das Bischofsamt auszuüben. Das gelte auch für seine Aufgabe, den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche aufzuklären. Ackermann ist seit 2010 Missbrauchsbeauftragter der deutschen Bischofskonferenz.

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