Open Air Kappensitzung in Tawern (Foto: Thomas Koltes / CarnevalsClub Rot-Weiss Tawern 1962 e.V.)

Fastnacht in neuem Stil

Mini-Fastnachtssitzungen unter freiem Himmel in Tawern

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Ein Anhänger, eine Liveband und jede Menge fröhliche Karnevalisten. In Tawern (Kreis Trier-Saarburg) gab es am Sonntag gleich vier Kappensitzungen "Open Air".

Unter dem Motto "Vill Karneval auch ohne Hall" haben am Sonntag in Tawern mehrere Hundert Menschen Karneval gefeiert - und das gleich vier Mal hintereinander: Der Carnevalsclub Rot-Weiss Tawern 1962 e.V. hatte vier Mini-Kappensitzungen organisiert. Mit dabei: Liveband, Büttenredner und jede Menge Süßigkeiten für die Kinder.

Ein Programm - vier Stationen

Die Kappensitzung fand wegen Corona nicht wie sonst in der Bürgerhalle statt, sondern unter freiem Himmel - und zwar nacheinander an vier verschiedenen Stationen im Ort. Die Bühne, ein acht Meter langer Anhänger, wurde dazu samt den Instrumenten der Band mit einem Traktor durch Tawern gezogen, um an verschiedenen Stellen Halt zu machen.

Die Veranstaltungsorte waren laut Verein abgegrenzt. Helferinnen und Helfer kontrollierten 2G-Regel, Händedesinfektion sowie Abstands- und Maskenpflicht. Die kontrollierten Besucherinnen und Besucher erhielten anschließend ein Bändchen.

Open Air Kappensitzung in Tawern (Foto: SWR)
Die Liveband des Tawerner Carnevalsclubs "De Broiler" sorgte für Karnevalsstimmung. Bild in Detailansicht öffnen
Die Idee ist einfach: Die Band wird samt Instrumente auf einem Anhänger zu den verschiedenen Veranstaltungsorten gefahren. Franziska Wonnebauer Bild in Detailansicht öffnen
Etwa 1.000 Narren kamen nach Angaben des Vereins zu den Open-Air-Fastnachtssitzungen in Tawern. Franziska Wonnebauer Bild in Detailansicht öffnen
Bei blauem Himmel und Sonnenschein konnten die Narren mit Büttenrednern Helau rufen und gemeinsam schunkeln. Franziska Wonnebauer Bild in Detailansicht öffnen
Viele der Besucherinnen und Besucher holten für die Veranstaltung ihre Karnevalskostüme raus. Franziska Wonnebauer Bild in Detailansicht öffnen
Für Familien war es ein schöner Sonntagsausflug. Vor allem die Kinder durften sich über viele Süßigkeiten freuen. Franziska Wonnebauer Bild in Detailansicht öffnen
Viele Besucherinnen und Besucher zogen nach Angaben des Vereins auch von Station zu Station, um möglichst lange Karneval feiern zu können. Thomas Koltes / CarnevalsClub Rot-Weiss Tawern 1962 e.V. Bild in Detailansicht öffnen

Großer Besucherandrang

Auf diese Weise wollte der Verein den Besucherandrang bei der Karnevalsfeier entzerren. Nach Angaben von Thomas Koltes, Pressesprecher des CCRW Tawern, nahmen etwa 1.000 Menschen an der Veranstaltung teil. Ein Besucheransturm, mit dem der Tawerner nicht gerechnet hatte.

"Es war fantastisch. Die Stimmung war sehr gut. Man hat gemerkt, dass den Leuten in den letzten zwei Jahren etwas gefehlt hat und dass sie dankbar waren, endlich mal wieder Karneval feiern zu können."

Spenden für Ukraine gesammelt

Der Vereinsvorstand hat lange überlegt, ob die Veranstaltung trotz des Russland-Ukraine-Krieges tattfinden soll. Letztendlich habe man sich aber dafür entschieden. "Wir wollten den Menschen einfach mal ein bisschen sorglose Zeit bieten, ohne diese schwierige Lage in der Ukraine aus den Augen zu lassen", sagt Thomas Koltes. Deshalb hat der Verein eine Spendenbox aufgestellt, um die Menschen im Kriegsgebiet zumindest finanziell unterstützen zu können.

Mobile Kappensitzung hat sich bewährt

Das Konzept der "Mobilen Kappensitzung" hat sich nach Angaben von Thomas Koltes bewährt. Auch wenn der Verein mehr als 1.500 Euro für die Aktion investiert habe, sei es eine gute Möglichkeit gewesen, den Karneval zu den Leuten zu bringen. Eine Wiederholung sei deshalb nicht ausgeschlossen.

Open Air Kappensitzung in Tawern (Foto: Thomas Koltes / CarnevalsClub Rot-Weiss Tawern 1962 e.V.)
Auch am späten Nachmittag war bei der "Mobilen Kappensitzung" in Tawern noch jede Menge los. Thomas Koltes / CarnevalsClub Rot-Weiss Tawern 1962 e.V.

Dennoch: Wie viele andere Karnevalisten hofft auch der CCRW Tawern, dass es im kommenden Jahr endlich wieder eine "normale" fünfte Jahreszeit gibt. Denn die üblichen Kappensitzungen, der traditionelle Umzug und andere Veranstaltungen bieten dem Verein auch die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Und das sei eben notwendig, um die Vereinsarbeit, Kostüme und Co. zu finanzieren.

"Ich wünsche mir die Normalität zurück: Traditionelle Kappensitzungen mit unseren Gardemädchen, den Tanzgruppen und Büttenrednern. Das wäre wirklich schön.

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