Tornado-Jet Symbolbild (Foto: IMAGO, IMAGO / Loop Images)

Bundeswehr und US-Luftwaffe

Warum in der Region Trier mehr Militär in der Luft und auf den Straßen unterwegs ist

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AUTOR/IN
Christian Altmayer
Anna-Carina Blessmann

Bundeswehrfahrzeuge auf den Straßen, US-Tarnkappenjäger in der Luft über der Eifel: Nicht überall hat die Präsenz des Militärs in der Region etwas mit dem Krieg in der Ukraine zu tun.

Wer derzeit in der Region Trier Militär-Jets aus Richtung Spangdahlem sieht und hört, könnte sich fragen: Starten die Flugzeuge im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine vom amerikanischen Luftwaffenstützpunkt?

Tatsächlich spielt die Air Base Spangdahlem dabei eine wichtige Rolle, wie das Hauptquartier der amerikanischen Luftwaffe in Europa und Afrika auf SWR-Anfrage bestätigt.

Vor der Kulisse des kleinen Dorfes Spangdahlem sieht man die modernen F-35-Kampfjets derzeit starten und landen. (Foto: Hosser)
Vor der Kulisse des kleinen Dorfes Spangdahlem sieht man die modernen F-35-Kampfjets derzeit starten und landen. Hosser

Tarnkappenjäger nach Spangdahlem zurückgekehrt

Der Flugplatz in der Eifel unterstütze eine NATO-Mission in Osteuropa. Die F-16-Jets aus Spangdahlem seien auf den Militärflugplatz Borcea in Rumänien verlegt worden, um den Luftraum der NATO-Bündnispartner zu überwachen.

Die Maschinen, die derzeit vermehrt in der Eifel auftauchen, sind F-35-Tarnkappenjäger. Diese waren im Februar ins Baltikum verlegt worden und sind nun von ihrem Einsatz nach Spangdahlem zurückgekehrt.

Normalerweise sind sie auf einem Stützpunkt im US-Bundesstaat Utah stationiert. Das Ziel ihrer Mission in der Eifel ist es nach Angaben des US-Hauptquartiers nun ebenfalls, die NATO-Ostflanke zu sichern.

Baumholder nicht relevant für Ukraine-Konflikt

Auf dem Stützpunkt der amerikanischen Bodentruppen in Baumholder hat sich offenbar seit dem Ukraine-Krieg nichts verändert. Die Kaserne spielt nach Angaben der US-Army keine Rolle im Konflikt.

Die umfangreichen Bauarbeiten, die derzeit auf der Basis stattfinden, seien bereits seit Jahren geplant. Dort würden lediglich zwei neue Schulen und neue Wohnungen für die Soldaten gebaut.

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Dr. Brigitta Triebel, Konrad-Adenauer-Stiftung Ukraine

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Bundeswehr in Gerolstein bereitet sich auf kommendes Jahr vor

Das Informationstechnikbataillon 281 der Bundeswehr in der Eifelkaserne in Gerolstein ist im Moment schneller einsatzbereit - allerdings nicht wegen des Ukraine-Krieges. Wie ein Sprecher des Standortes auf SWR-Anfrage mitteilte, bereitet man sich auf einen NATO-Einsatz im kommenden Jahr vor.

Dann sei Deutschland der Haupttruppensteller der "NATO Response Force", einer Eingreiftruppe des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses. Dafür sei alles hochgefahren worden: Material lasse sich dadurch jetzt zum Beispiel schneller beschaffen.

Militärkolonnen in der Eifel

Das erkläre auch die Bundeswehrfahrzeuge, die man derzeit vermehrt auf den Straßen in der Eifel sieht. Diese seien auf dem Weg zu Übungen, die laut Sprecher bereits für das ganze Jahr geplant sind.

Mit dem Ukraine-Krieg habe das nichts zu tun, es seien auch keine Truppen verlegt worden. Überhaupt sei das nur möglich, wenn Russland ein NATO-Mitglied angreifen sollte und dadurch der Bündnisfall eintrete. Und auch dann müsste der Bundestag einem Einsatz zustimmen.

Das Informationstechnikbataillon in Gerolstein ist unter anderem für Satellitenkommunikation und Netzwerktechnik bei Einsätzen zuständig. Nach Angaben des Sprechers hat es dort bisher auch keine Cyber-Angriffe aus Russland im Zusammenhang mit dem Krieg gegeben, die hätten abgewehrt werden müssen.

Daun ebenfalls für die NATO in Bereitschaft

Auch die Soldatinnen und Soldaten in der Heinrich-Hertz-Kaserne in Daun werden gerade in Einsatzbereitschaft versetzt, um im kommenden Jahr Teile der NATO-Eingreiftruppe zu stellen. Das teilte ein Sprecher des Organisationsbereichs "Cyber- und Informationsraum" der Bundeswehr mit.

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