Ehrang steht teilweise unter Wasser (Foto: SWR, Andrea Meisberger)

Mietminderung nach Flutkatastrophe

Wann Mieter weniger zahlen müssen

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Die Flutkatastrophe hat auch Mietwohnungen in der Region Trier zerstört. Nach Angaben des Mietvereins Trier können die Mieter deswegen unter bestimmten Voraussetzungen die Miete mindern.

Die Flut Mitte Juli hat in der Region Trier viele Häuser beschädigt. Einige Wohnungen sind dadurch unbewohnbar geworden oder nur noch sehr eingeschränkt nutzbar. Für Mieter würden in solchen Situationen spezielle Regeln gelten, sagt Anita Merten-Traut vom Mieterverein Trier.

Mietminderung möglich, wenn Wohnung nicht genutzt werden kann

Ist die Wohnung wegen der Flut unbewohnbar, müssten Mieterinnen und Mieter keine Miete zahlen. Sie könnten ihren Mietvertrag auch fristlos kündigen, denn die Wohnung, für die bezahlt werde, sei nicht mehr bewohnbar. Das sei aber fester Bestandteil des Vertrages, sagt die Geschäftsführerin des Mietervereins in Trier.

Beschädigter Garten oder Keller auch Grund für Mietminderung

Es gebe aber auch Fälle, wenn Wohnungen, weil sie in höheren Stockwerken liegen, nicht beschädigt wurden, aber Schäden in Keller oder Garten aufgetreten seien. Wenn zum Beispiel der Keller durch das Wasser feucht sei oder der Garten eventuell vom Flutwasser verseucht worden sei, könne in diesen Fällen die Miete gemindert werden, so die Expertin.

"Für den Keller können zehn oder 20 Prozent gemindert werden, für einen Garten zehn Prozent."

Wie viel man die Miete kürzen darf, sei nicht im Gesetz festgeschrieben. Die Mietminderungstabelle des DAWR (Deutsches Anwaltsregister) biete hier eine Orientierung. Laut des Mietvereins muss der Mieter solange weniger zahlen, bis der Originalzustand der Mietwohnung, des Gartens oder Kellers wieder hergestellt ist.

Mietminderung muss angemessen sein

Das bestätigt auch Ralf Glandien, Vorsitzender von Haus und Grund Trier. Sei die gemietete Immobilie nicht vollständig nutzbar, dann müssten die Mieter auch nicht die volle Miete zahlen. Zudem sollte die Höhe der Mietminderung dem Schaden angemessen sein, so Glandien. Dabei könnte man davon ausgehen, dass ein beschädigter Keller eine geringere Mietminderung erziele als eine beschädigte Küche. Ralf Glandien rät Vermietern, Kontakt zum Mieter aufzunehmen, um mit ihm über mögliche Mietminderungen zu sprechen.

Vermieter in Flutregion verständnisvoll

Die gute Nachricht: Vermieter in den betroffenen Flutregionen zeigten sich verständnisvoll, sagt Anita Merten-Traut vom Mieterverein Trier.

"Die Vermieter waren in fast allen Fällen entgegenkommend. Selbst große Wohnungsunternehmen in Trier-Ehrang haben sich verständnisvoll gezeigt und die Julimiete zum Teil zurückerstattet, obwohl die Flut Mitte des Monats kam."

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