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Anfang der 1950er Jahre baute die US-Armee ihre Stützpunkte in Deutschland massiv aus. Auch in Rheinland-Pfalz wurden tausende US-Soldaten in den ländlichen Regionen stationiert. Es war ein Aufeinanderprallen zweier Kulturen, das die ARD jetzt in einer Serie verfilmt.

Auf dem Gelände einer leerstehenden Idar-Obersteiner Kaserne stehen überwiegend weiße US-Soldaten in Reih und Glied. Ein schwarzer Soldat namens George hingegen liegt auf dem Boden und macht Liegestütze. Der Fuß seines Kommandeurs steht dabei auf seinem Rücken.

Dreharbeiten zu Little America (Foto: SWR)
Die Dreharbeiten beginnen: Schauspieler stehen verkleidet als Soldaten in Reih und Glied vor der Kamera. Bild in Detailansicht öffnen
Die Produzenten der Serie scheuen keinen Aufwand. Bild in Detailansicht öffnen
Die Schauspieler nehmen ihre Regieanweisungen entgegen. Bild in Detailansicht öffnen
Eine Szene im Kino. Bild in Detailansicht öffnen
Ab in die Maske: Jedes Detail soll stimmen. Bild in Detailansicht öffnen
Ein Casino-Gebäude, dessen Fassade umdekoriert wurde. Bild in Detailansicht öffnen
Regisseur Dror Zahavi bei der Arbeit. Bild in Detailansicht öffnen

Serie beschäftigt sich mit Rassismus in den 50er Jahren

Diese Szene in der Serie "Little America" soll zeigen, wie sehr schwarze US-Soldaten in den 1950ern Rassismus ausgesetzt waren. Für Reomy D. Mpeho, der den schwarzen Soldaten George spielt, keine leichte Szene, wie er sagt.

"Wir leben leider auch heute noch in einer Welt, die nicht perfekt ist. Der Rassismus heute ist zwar nicht der gleiche wie der in den 50ern, aber es gibt ihn ja immer noch. Ich kenne die Geschichte. Ich bin selbst schwarz."

Reomy D. Mpeho, der in Little America" den US-Soldaten George spielt

Die Geschichte von "Little America" spielt in der fiktiven pfälzischen Kleinstadt Kaltenstein. Innerhalb kürzester Zeit werden dort tausende US-Soldaten stationiert. Für die konservativen Einwohner der Stadt ein absoluter Kulturschock.

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"Little America" ist auch eine Liebesgeschichte

Als sich der schwarze Soldat George dann auch noch in die weiße, deutsche Bauerntochter Marie verliebt, ist das Chaos perfekt. "Little America" ist auch die Geschichte einer verbotenen Liebe, die Sprachbarrieren und jede Menge Vorurteile überwinden muss.

"American Way of Life" trifft auf deutsche Kleinstädte

Die Serie soll auch widerspiegeln, wie sehr die Amerikaner die deutschen Kleinstädter verändert haben. Die GI's brachten große Autos, neue Musik, Blue Jeans. Dazu entwickelte sich in vielen deutschen Kleinstädten ein ausuferndes, teils unmoralisches Nachtleben. Vor allem die jungen Leute waren fasziniert vom "American Way of Life".

Die Serie ist keine normale Nachkriegsgeschichte, sondern behandelt ein Thema, das es so im deutschen Fernsehen noch nicht gab, sagt Regisseur Dror Zahavi.

"Wir erzählen eine Geschichte, die symbolisch steht für alle amerikanischen GI's, für die ländliche Bevölkerung und der Umgang dieser mit den Amerikanern. Das macht diese Geschichte so besonders."

Dror Zahavi, Regisseur von "Little America"

Zu sehen sein wird die Serie im Herbst kommenden Jahres in der ARD.

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