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Führungswechsel im Kreis Vulkaneifel: Julia Gieseking (SPD) hat sich bei der Landratswahl klar gegen Amtsinhaber Heinz-Peter Thiel (parteilos) durchgesetzt.

Die 46-jährige Architektin Gieseking kam am Sonntag nach dem vorläufigen Endergebnis auf 66,4 Prozent der gültigen Stimmen, auf Thiel entfielen 33,6 Prozent. Gieseking äußerte sich überwältigt nach ihrem Sieg bei der Landratswahl im Vulkaneifelkreis.

"Die Höhe des Wahlergebnisses war für mich schon überraschend. Es ist immer schwer, gegen einen Amtsinhaber anzutreten, weil er andere Plattformen hat, die er nutzen kann."

Julia Gieseking (SPD), neue Landrätin Vulkaneifel

Die Wahlbeteiligung lag bei 46,5 Prozent. Zur Abstimmung aufgerufen waren rund 45.800 Wahlberechtigte. Wegen der Corona-Pandemie waren nach Angaben der Wahlleitung deutlich mehr Briefwahlunterlagen angefordert worden als zuvor.

Im Wahlkampf hatten sich beide Kandidaten für die Digitalisierung des Kreises und die Stärkung der Wirtschaft ausgesprochen. Differenzen gab es aber bei dem umstrittenen Thema der Biotonne. Anfang 2020 hatte der Kreis die mit Zusatzkosten verbundene Tonne abgeschafft und stattdessen Biotüten eingeführt. Diese können seitdem in Sammelcontainern entsorgt werden.

Amtsinhaber Thiel stand hinter der Entscheidung während Gieseking im Wahlkampf angekündigte, die Tonne ohne Zusatzkosten wieder einführen zu wollen. Landrat Thiel sagte dem SWR, die Wähler hätten mit der Wahl deutlich gemacht, dass sie mit dem Müllsystem nicht einverstanden seien. Er bedauere, dass an diesem Problem der Region nun die Landratsfrage festgemacht worden sei.

Amtszeit beginnt im April

Gieseking ist in Daun geboren. In der Kommunalpolitik ist sie seit 2014 als Mitglied des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses der Stadt Daun aktiv. Damals noch ohne SPD-Parteibuch, das hat sie seit 2018. Bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr wurde sie in den Kreistag gewählt.

Die Amtszeit der neuen Landrätin beginnt am 1. April kommenden Jahres.

Noch keine Entscheidung in der Verbandsgemeinde Daun

Bei der Wahl eines neuen Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Daun im Kreis Vulkaneifel ist am Sonntag noch keine Entscheidung gefallen. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt Thomas Scheppe (CDU) 45,0 Prozent der Stimmen, Jens Jenssen (SPD) kam auf 31,9 Prozent und Tim Becker (parteilos) auf 23,0 Prozent.

Damit kommt es am 13. Dezember zu einer Stichwahl zwischen Scheppe und Jenssen. Gesucht wird der Nachfolger von Werner Klöckner (CDU), der nach 26 Jahren im Sommer in den Ruhestand gegangen ist. Der neue Bürgermeister soll sein Amt zum baldmöglichsten Zeitpunkt antreten.

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