Die Landkreise Konstanz, Ravensburg und der Bodenseekreis könnten Flüchtende aus der Ukraine aufnehmen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Vadim Ghirda)

Tausende Geflüchtete in der Region Trier erwartet

Krieg in der Ukraine: Trier und Landkreise bereiten Aufnahme von Flüchtlingen vor

STAND
AUTOR/IN
Christian Altmayer

Etliche Menschen flüchten derzeit vor dem Krieg in der Ukraine. Tausende werden auch in der Region Trier erwartet. Stadt und Landkreise bereiten sich darauf vor, sie aufzunehmen.

Kilometerlang sind die Staus rund um die ukrainische Hauptstadt Kiew. Seit russische Truppen am Donnerstag im Nachbarland einmarschierten, sind etliche Menschen auf der Flucht.

Wie viele sich auf den Weg nach Westen machen, ist nicht abzuschätzen. Die Stadt Trier und die angrenzenden Landkreise bereiten sich derzeit aber auf die Aufnahme tausender Geflüchteter vor. Manche Kommunen suchen dazu auch abseits der Landes-Aufnahmeeinrichtungen in Trier, Bitburg und Hermeskeil nach Unterkünften für die Schutzsuchenden.

Trier sagt zu, sofort 100 Menschen aufzunehmen

Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) hatte bereits am Donnerstag zugesagt, 100 Flüchtlinge sofort aufnehmen zu können. In der Aufnahmeeinrichtung in der Jägerkaserne gebe es noch Kapazitäten, sagte der Stadtchef: "Ich sehe das als notwendiges und selbstverständliches Zeichen von Mitmenschlichkeit und Solidarität mit den Menschen in der Ukraine.“

Trier

Zeichen für den Frieden 300 Menschen zeigen vor Porta Nigra Solidarität mit der Ukraine

Nach dem Einmarsch russischer Truppen in der Ukraine sind viele Menschen in der Region Trier geschockt und gehen für den Frieden auf die Straße.  mehr...

Ähnlich äußert sich der Trier-Saarburger Landrat Stefan Metzdorf: "Sollten die Kämpfe andauern und sich auf das gesamte Staatsgebiet der Ukraine ausdehnen, werden wir unserer Verantwortung nachkommen und die bei uns Schutzsuchenden aufnehmen."

Trier-Saarburg sucht nach Unterkünften

Derzeit bereite sich die Kommune darauf vor, mehrere hundert Geflüchtete aufzunehmen, erklärt Pressesprecher Thomas Müller: "Wir sind derzeit in Gesprächen mit den Bürgermeistern und Ortsbürgermeistern unserer Gemeinden und fragen nach Unterkünften."

Trier

Russland-Ukraine-Krieg Malteser Trier schicken Hilfstransport in die Ukraine

Der Trierer Malteser Hilfsdienst hat am Donnerstagmorgen einen Hilfstransport in die Ukraine geschickt. Dieser soll Menschen zugutekommen, die ihre Heimat verlassen müssen.  mehr...

Das könnten in den ersten Tagen der größten Not etwa auch Bürger- und Gemeindehäuser sein. Je nach Entwicklung des Krieges in der Ukraine sei es auch denkbar, so Müller, dass der Kreis wie schon 2015 Hotels und Pensionen anmietet, um Menschen unterzubringen.

Vulkaneifel hat noch Kapazitäten

Ähnlich ist die Lage im Landkreis Vulkaneifel. "Es ist klar, dass wir alles tun werden, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen", sagt Meike Welling, Pressesprecherin der Kommune.

"Wir denken im Kreis Vulkaneifel an die Ukraine. Und wir werden uns solidarisch zeigen."

Erstmal gebe es in der Flüchtlingsunterkunft in Desserath und im Jugendzentrum Steineberg noch Kapazitäten, um Geflüchtete aufzunehmen. Sollten die Zimmer dort nicht ausreichen, werde man notfalls auch Pensionen anmieten.

Kasernen als Flüchtlingsheime im Hunsrück

Im Kreis Birkenfeld stehen nach Angaben des Pressesprechers Karsten Schultheiß noch Kasernen für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung, etwa in Idar-Oberstein und Birkenfeld. Bei der Verwaltung gehe man derzeit alle Möglichkeiten durch.

"Nächste Woche können wir dazu sicher mehr sagen", sagt Schultheiß. Dass die Lage in der Ukraine so schnell eskalieren würde, hatte man in Birkenfeld nicht erwartet. Daher stünden die Vorbereitungen für die Aufnahme von Flüchtlingen noch relativ am Anfang.

Bernkastel-Wittlich bekommt viele Anfragen von Ukrainern

Im benachbarten Eifelkreis sieht es offenbar schlecht aus mit Unterkünften, wie Pressesprecher Thomas Konder erklärt: "Der Markt gestaltet sich jetzt schon schwierig, da es fast keinen weiteren verfügbaren Wohnraum mehr gibt."

Anders sieht es im Kreis Bernkastel-Wittlich aus. Pressesprecherin Stefanie Rodermund erklärt hier, dass es zunächst einmal genügend Wohnungen für Geflüchtete, auch aus der Ukraine, gebe.

Asylanträge seien bislang noch keine eingegangen. Allerdings erhalte der Kreis derzeit vermehrt Anfragen von Ukrainern, die in der Eifel oder an der Mosel zu Besuch sind und nun nicht nach Hause können. "Die können dann erstmal beantragen, dass ihr Besuchsvisum auf 90 Tage verlängert wird", sagt Rodermund: "Und das wird dann auch bewilligt.

Ukraine-Konflikt Diese Folgen hat der Krieg für alle in Deutschland

Der russische Angriff auf die Ukraine treibt den Gaspreis hoch und könnte auch Auswirkungen auf unser Brot haben.  mehr...

Mainz

Russlands Krieg gegen Ukraine Politik und Wirtschaft in RLP warnen vor "massiven Folgen"

Auch in Rheinland-Pfalz haben Politiker den russischen Angriff auf die Ukraine aufs Schärfste verurteilt. Wirtschaftsministerin Schmitt erwartet "teils massive" Folgen der Sanktionen.  mehr...

Trier

Russland-Ukraine-Krieg Wie die Hoffnungen zweier Frauen aus Trier zerbersten

Tatjana Ogorodnik aus Russland und Alexandra Popova aus der Ukraine hofften bis zuletzt, die Diplomatie könne einen Krieg verhindern. Jetzt hat Putin Tatsachen geschaffen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN
Christian Altmayer