Blockiert Bürokratie die Ausbaupläne für Windräder in der Eifel? (Symbolbild) (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Land plant neue Abstandsregeln für Windkraft

Blockiert Bürokratie die Ausbaupläne für Windräder?

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Die Landesregierung will die Windkraft weiter ausbauen und Abstände zu Häusern verringern. In Hütten im Eifelkreis Bitburg-Prüm könnte Bürokratie die Ausbaupläne allerdings verhindern.

Die kleine Gemeinde Hütten im Eifelkreis Bitburg-Prüm war bei der Windkraft ein Vorreiter: Schon vor rund 30 Jahren drehten sich auf Gemeindeboden Windräder. Jetzt sind die meisten der insgesamt 13 Anlagen in die Jahre gekommen, können wegen der aktuell geltenden Abstandsregeln zu Häusern aber nicht erneuert werden.

"Das heißt, wenn sie ausfallen und nicht mehr betriebsbereit sind, dann müssten sie abgebaut werden und das wäre es dann gewesen für Hütten mit der Windkraft", erklärt Ortsbürgermeister Hermann Schoos.

Abstände werden anders berechnet

Im Koalitionsvertrag plant die neue Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP, die Abstandsregeln für Windräder zu reformieren. An Standorten, an denen bereits Anlagen stehen, könnte der Mindestabstand für neue oder modernisierte Windräder auf bis zu 720 Meter sinken, bisher sind es 1.000 Meter.

Das wäre eine Chance für die Gemeinde Hütten, neue, modernere Anlagen aufzustellen. Nur zwei neue Windräder könnten die zwölf bestehenden Anlagen ersetzen - bei gleicher Leistung. Zudem könnte ein weiteres neues Windrad entstehen.

Trotz Änderungen: Umsetzung vor Ort schwierig

Hütten gehört zur Verbandsgemeinde Südeifel. Die hat erst vor Kurzem einen neuen Flächennutzungsplan beschlossen. Und genau da liegt das Problem: Der lässt aktuell keine neuen Windkraftstandorte zu. Die alten Anlagen haben dort nur Bestandsschutz. Sie wurden zu einer Zeit gebaut, als noch geringere Abstände zu Häusern erlaubt waren.

Also einfach neue Windräder hinstellen - die auch viel größer wären - das funktioniert so nicht. Die geplanten neuen Abstandsregelungen der Landesregierung, die Windräder erlauben würden, müssten aufwendig in den bestehenden Flächennutzungplan eingepflegt werden, sagt Bürgermeister Schoos.

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Genehmigungsverfahren sind komplex

Der Bürgermeister hat deshalb Bedenken, ob die Reformpläne der Windenergie wirklich einen Schub geben können. Das liege vor allem an den umfangreichen und komplexen Genehmigungsverfahren. "Ich schätze mal, auf die Schnelle wird das nicht gehen, da müsste man sich schon sputen, damit man vor der nächsten Landtagswahl, wo möglicherweise wieder andere Regelungen kommen, fertig zu sein", sagt Schoos.

Die Betreiber der Windkraftanlagen in Hütten hoffen, dass die Landesregierung Wege findet, den Ausbau möglich zu machen, ohne die Flächennutzungspläne wieder ändern zu müssen.

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