Das LaLa-Mobil braucht nur einen Stromanschluss und schon ist es eine voll funktionsfähige Musikbühne. (Foto: SWR, Anna-Carina Blessmann)

Benefizkonzerte für Hochwasserbetroffene

Das LaLa-Mobil startet in der Vulkaneifel durch

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Anna-Carina Blessmann

Es war gestartet, um in der Corona-Zeit unkompliziert und schnell Musik unter die Leute zu bringen. Dann wurde es fast vom Hochwasser fortgespült. Jetzt soll mit dem "LaLa-Mobil" Betroffenen der Flut geholfen werden.

Zum Veranstaltungsort fahren, Bühne ausklappen, Strom rein, Lichteffekte, Mikro und E-Piano an - schon ist das "LaLa-Mobil" startklar für ein Konzert. Die beiden Berufsmusiker Yvonne Cobau und Thomas Probst aus Daun hatten die Idee dazu, um coronakonform und unkompliziert Musik unter die Leute zu bringen.

Eigentlich sollte das Mobil durch die Vulkaneifel touren, damit Cobau und Probst nach langer Corona-Zwangspause endlich wieder als "Piano & Voice" auftreten konnten. Auch andere Musiker hätten auf der mobilen Bühne spielen sollen. Dafür gab es diverse Fördermittel.

Aber dann stand das LaLa-Mobil am 14. Juli ausgerechnet in Schuld an der Ahr. Dort hat eine Firma die Technik in das Fahrzeug eingepasst. Yvonne Cobau hatte schon am Dienstag angerufen, um zu fragen, ob alles in Ordnung ist.

Die Firma wollte aber noch alles fertig einbauen und das Mobil sollte am Mittwoch abgeholt werden. "Dann habe ich am späten Nachmittag angerufen, ob ich das Auto abholen kann. Da passte es aber grad schlecht, weil die Firma schon Wasser im Keller hatte", sagt Cobau.

Die bange Frage: Existiert das LaLa-Mobil noch?

Als der Regen immer schlimmer wurde, wollte Cobau das LaLa-Mobil abholen fahren, kam aber schon nicht mehr durch. Am nächsten Tag war die Katastrophe über das Ahrtal hereingebrochen. Cobau und Probst wussten nicht, ob das LaLa-Mobil noch existierte.

"Thomas hat dann online Luftaufnahmen aus dem Ahrtal gefunden. Und da haben wir es gesehen: Das LaLa-Mobil stand auf dem einzigen Fleck, der nicht überschwemmt war."

Mit dem LaLa-Mobil Betroffenen helfen

Dass sie so viel Glück hatten, hat Cobau und Probst mit Demut erfüllt, wie sie sagen. Das Leid, das sie im Ahrtal gesehen haben, hat sie dazu gebracht, etwas zurückzugeben: Zuerst mit konkreten Sachspenden wie Regenstiefeln und Handschuhen.

Dann kam aber schnell die Idee auf, mit dem LaLa-Mobil kostenlose Benefizkonzerte in der Vulkaneifel zu geben. Der Rotary Club Daun sammelt im Publikum Spenden ein und verteilt sie an die Betroffenen.

Seit einigen Wochen touren Cobau und Probst als "Piano & Voice" jetzt durch die Vulkaneifel. Das Feedback sei durchweg positiv.

"Die Leute sagen uns: Einfach toll, dass man noch mal Musik hört und mit Menschen zusammenkommt. Auch wenn sie Abstand halten müssen. Sich einfach bei Musik so seelenverwandt nahe zu kommen."

Die beiden haben auch eine besondere Verbindung zum Ahrtal und zu Schuld: Sie hatten einige Tage vor der Flutkatastrophe dort im LaLa-Mobil geprobt.

Das hatte schon viele Menschen aus der Umgebung angezogen, sagt Cobau: "Die Leute kamen mit Weingläsern und waren happy, dass es endlich wieder Live-Musik gibt." Es sei unvorstellbar, dass nur kurze Zeit später die Katastrophe über den Ort hereinbrach.

Deshalb ist es jetzt für Yvonne Cobau und Thomas Probst ein besonders gutes Gefühl, für die Betroffenen wieder auf der Bühne zu stehen.

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