Die Zahl der Schockanrufe oder Enkeltrick-Anrufe hat in der Region Trier zugenommen. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Karl-Josef Hildenbrand)

Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Trier

Kriminalität: Region Trier ist die sicherste im Land

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Frank Scheuer

Die Region Trier ist laut der am Dienstag vorgestellten Kriminalstatistik für den Bereich des Polizeipräsidiums Trier die sicherste in Rheinland-Pfalz. Die Zahl der Straftaten sank auf rund 31.200.

Das entspricht einem Rückgang von 5,7 Prozent gegenüber dem Jahr 2020. Die Daten der Kriminalstatistik wurden am Dienstag bei einer Pressekonferenz vom Trierer Polizeipräsidenten Friedel Durben vorgestellt. Gleichzeitig habe es die höchste Aufklärungsquote seit zehn Jahren gegeben: Sie lag im vergangenen Jahr bei 70,9 Prozent, sagte der Polizeipräsident. Die Wahrscheinlichkeit in der Region Trier Opfer einer Straftat zu werden, sei weiter gesunken.

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Weniger Einbrüche im vergangenen Jahr

Zurückgegangen ist laut Polizei die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle. Im vergangenen Jahr gab es 427 versuchte und vollendete Taten. Deutlich weniger, als in den Jahren zuvor. Das sei unter anderem auch auf die Corona-Pandemie zurückzuführen, weil viele Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen, beispielsweise auch im Homeoffice. Auch die Zahl der Ladendiebstähle und die Straßenkriminalität sei rückläufig gewesen.

Mehr Fälle von Kinderpornografie

Angestiegen dagegen ist laut der Statistik die Zahl der Sexualdelikte. Insgesamt wurden im Vorjahr 800 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung - wie es formal heißt - gezählt. Das sind 151 mehr als 2020. Eine deutliche Zunahme gab es laut Polizei dabei im Bereich der Kinderpornografie. Dort seien 285 Taten registriert worden, ein Anstieg um mehr als 100. Dabei wurden den Angaben zufolge auch Kinder und Jugendliche als "Täter" ausgemacht, und zwar mit steigender Tendenz. Vor allem in Chatgruppen würden pornografische Bilder verbreitet. Dies passiere oft aufgrund fehlenden Unrechtsbewusstseins bei den Betroffenen. Dabei handele es sich um ein Verbrechen.

Mehr als eine Million Euro Schaden

Zugenommen hat laut Polizei auch der so genannten "Call-Center-Betrug, also Fälle von Enkeltrickbetrug, Anrufe falscher Polizeibeamter und Gewinnversprechen. 2021 habe es 1.418 Fälle gegeben, im Jahr davor waren noch 988. In den meisten Fällen blieb es beim Versuch, dennoch hatten die Täter auch immer wieder Erfolg, hieß es. Im vergangenen Jahr sei in der Region Trier erstmals die Summe von einer Million Euro Schaden durch solche Taten durchbrochen worden.

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Neue Delikte wegen Corona

Vor allem wegen der Corona-Pandemie habe es eine Reihe neuer Deliktsphänomene gegeben. So wurden in der Kriminalitätsstatistik Straftaten im Zusammenhang mit Versammlungen der Corona-Maßnahmen-Kritiker genannt. Außerdem mehr Hass und Hetze im Netz und Fälschungen bei Impfzertifikaten. Beobachtet wurden auch Betrugsdelikte, etwa bei Coronahilfen, die beantragt wurden, obwohl kein Anspruch bestanden habe.

Trauriger Höhepunkt in diesem Zusammenhang sei die Tötung eines 20-jährigen Mannes im September vergangenen Jahres in Idar-Oberstein gewesen, sagte Polizeipräsident Durben. Der Tankstellenmitarbeiter soll erschossen worden sein, weil er den späteren Täter auf die Maskenpflicht hingewiesen hatte. In der nächsten Woche beginnt der Prozess vor dem Landgericht Bad Kreuznach.

Zahlen könnten wieder steigen

Für das laufende Jahr geht die Polizei davon aus, dass es wieder zu einem Anstieg der Straftaten kommen könnte. Dies habe unter anderem mit der Reduzierung der Corona-Beschränkungen zu tun. Im Rahmen der zunehmenden Digitalisierung sei auch mit einem weiteren Anstieg der Straftaten im Internet zu rechnen.

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