Kreistag Trier-Saarburg stimmt über Resolution ab

Forderung nach Erhalt des Krankenhauses Trier-Ehrang

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Der Kreistag Trier-Saarburg stimmt am Montag über eine Resolution für den Erhalt des Krankenhauses Trier-Ehrang ab. Der Träger will es nicht mehr sanieren und betreiben.

Jetzt stimmt auch der Kreistag Trier-Saarburg über eine Resolution ab. Zuvor hatten schon die Verbandsgemeinden Ruwer, Speicher, Trier-Land und Schweich, der Ortsbeirat Trier-Ehrang/Quint und der Stadtrat Trier den Erhalt und die Entwicklung des Krankenhauses in Trier-Ehrang gefordert.

Kreis: Krankenhaus Trier-Ehrang auch wichtig für das Umland

In der Vorlage für die Kreistagssitzung am Montag heißt es, der Standort Trier-Ehrang sei vor allem für die ländlich strukturierte Gegend des westlichen und nördlichen Umlandes von Trier wichtig. Seit 120 Jahren habe es in Trier-Ehrang ein Krankenhaus gegeben.

Der Träger habe mehrmals gewechselt. Zuletzt habe das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen Trier mehrere Leistungen vom Krankenhaus Trier-Ehrang an die Standorte des Klinikums im Stadtzentrum verlegt. Vor der Flut im Juli 2021 seien in Ehrang aber noch vier Abteilungen gewesen: Innere, Chirurgie, Orthopädie und Anästhesie. Im Durchschnitt seien 100 Betten belegt gewesen. Außerdem seien an das Krankenhaus mehrere Arztpraxen und Ambulanzen angeschlossen gewesen.

Große Schäden durch das Hochwasser der Kyll

Das Hochwasser der Kyll hat im Juli 2021 das Untergeschoss und Teile des Erdgeschosses überflutet. Die Stromanlagen, die Lüftungs- und Heizungsanlage, medizinische Geräte wie Computertomographie und MRT wurden zerstört, sowie eine radiologische Praxis. Der Träger des Klinikums, das Mutterhaus der Borromäerinnen, schätzt, dass der Wiederaufbau 30 Millionen Euro kosten würde.

Der Schlamm ist noch da - aber Statiker sagen, dass das Gebäude in Trier-Ehrang weiter genutzt werden könne (Foto: SWR, Lara Bousch)
Vor allem der Schlamm war ein Problem, auch im Ehranger Krankenhaus. Lara Bousch

Das sei nicht wirtschaftlich, so das Mutterhaus. Im Dezember teilte der Träger mit, dass er das Krankenhaus Trier-Ehrang nicht wieder aufbauen will. Leistungen und Mitarbeiter seien auf die beiden Standorte in der Stadtmitte Triers verteilt worden. Die Gesundheitsversorgung sei auf diese Weise konzentriert und besser.

Träger soll Schließung des Krankenhauses zurücknehmen

Der Entwurf für die Resolution fordert den Träger des Krankenhauses Trier-Ehrang dazu auf, den Beschluss zur dauerhaften Schließung unverzüglich zurückzunehmen. Das Krankenhaus solle nicht nur schnellstmöglich wiederhergestellt, sondern mit Investitionen für die Zukunft ausgebaut und gesichert werden.

Der Standort des Krankenhauses und das große Gelände rundherum seien dafür geeignet. Der Appell richtet sich auch an die Landesregierung und die Stadt Trier und fordert sie auf, ihrer Verantwortungspflicht nachzukommen. Das betreffe auch die Kassenärztliche Vereinigung für die ambulanten Angebote in Trier-Ehrang.

Bürgerproteste für Erhalt des Krankenhauses

Seit der Schließung des Krankenhauses Trier-Ehrang hat es schon mehrere Demonstrationen gegeben. Die Bürgerinnen und Bürger wollen nicht aufgeben. Sie fordern, dass es weiter eine Gesundheitsversorgung in der Nähe ihres Wohnortes gibt.

Runder Tisch geplant

Mitte Februar ist ein Runder Tisch zum Krankenhaus Trier-Ehrang geplant. Es soll eine Gelegenheit sein, wieder mit der Geschäftsleitung des Klinikums Mutterhaus der Borromäerinnen zu diskutieren. Für den Landkreis Trier-Saarburg ist laut Vorlage für den Kreistag wichtig, dass der Träger keine Mittel aus dem Krankenhaus-Strukturfonds des Landes bekommt, um das Krankenhaus in Ehrang zu schließen.

Dieses Geld dürfe auf keinen Fall in die Standorte Mitte und Nord fließen, sondern müsse in Ehrang eingesetzt werden. Ein Krankenhaus in Ehrang sei genauso wichtig wie die Krankenhäuser in Saarburg und Hermeskeil. Der Landkreis sei auch bereit, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten im Interesse der Bürgerinnen und Bürger finanziell zu engagieren.

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SWR