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Sekundenkleber, Hände und eine Glastür: Drei Klima-Aktivisten sollen ihre Handinnenflächen an die Tür eines Fastfood-Restaurants in Trier geklebt haben. Dafür mussten sie sich am Montag vor Gericht verantworten.

Das Amtsgericht Trier hat die drei Klimaschützer jetzt zwar freigesprochen, die sich im vergangenen Sommer mit Sekundenkleber an ihren Händen an ein Schnellrestaurant geheftet hatten. Laut Gericht war die Aktion aber kurz vor der Grenze der Strafbarkeit. Die Richterin begründete den Freispruch damit, dass Gäste nicht völlig daran gehindert wurden, das Schnellrestaurant zu betreten. Eine Tür sei frei geblieben. Zudem gab die Richterin den 17- bis 22-jährigen Angeklagten mit auf den Weg, dass sie sich überlegen sollen, ob es dem Klima nützt, wenn sie verurteilt werden.

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Angeklagte erleichtert, Staatsanwaltschaft prüft Rechtsmittel

Die Angeklagten waren nach dem Freispruch erleichtert. In Trier wollten sie vor dem neu eröffneten Fastfood-Restaurant auf Massentierhaltung und deren Auswirkungen auf das Klima aufmerksam machen. Für dieses Ziel nehmen sie nach eigenen Angaben Konsequenzen in Kauf. Sie stehen weiterhin zu ihrer Aktion, wie Henry Hofmann (17) kurz vor dem Prozess erklärt. Nach dem Freispruch war er dennoch erleichtert.

Die Staatsanwaltschaft wird nach eigenen Angaben prüfen, ob sie nach dem Urteil Rechtsmittel einlegt. Sie sieht anders als das Gericht die Grenze zur Strafbarkeit leicht überschritten. Es gehe nicht darum, ein politisches Engagement zu verurteilen, sondern um die Art und Weise, die gewählt wurde.

Unterstützer hielten vor dem Gericht eine Mahnwache

Demonstranten halten eine Mahnwache vor dem Amtsgericht in Trier. (Foto: SWR, Eva Lamby-Schmitt)
Demonstranten vor dem Amtsgericht in Trier. Eva Lamby-Schmitt

Klimaschützerinnen und Klimaschützer haben vor Prozessbeginn mit Transparenten, auf denen "Klimaschutz ist kein Verbrechen" stand, protestiert. Auch Aktivisten anderer Organisationen wie Fridays for Future Trier, Anti-Atom-Netz Trier, aber auch die Jugendorganisation der Grünen in Trier stellen sich in einem Unterstützerbrief hinter die angeklagten Aktivisten.

Weitere Protestaktion in Berlin

Zwei der Angeklagten sollen zudem an einer Aktionswoche der Gruppe Extinction Rebellion in Berlin teilgenommen haben. Dabei hätten sie die Glastüren der CDU-Parteizentrale mit Panzertape verklebt und dort ein Transparent angebracht.

Außerdem sollen sie auch dort mit sechs weiteren Personen ihre Handinnenflächen an die Tür geklebt haben. Dadurch hätten sie die Tür blockiert und Menschen am Betreten des Gebäudes gehindert. Die Polizei habe sie schließlich mit Hilfe von Lösungsmitteln von der Tür gelöst. Auch hier sei kein Sachschaden entstanden.

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