Ein Corona-Symbol auf der Intensivstation für Corona-Patienten in einem Krankenhaus weist auf den Covid-Bereich hin (Foto: dpa Bildfunk, Sebastian Gollnow)

Corona-Patienten belegen Intensiv-Betten

Noch keine Entwarnung wegen Omikron für Trierer Krankenhäuser

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Die Corona-Omikron-Variante spielt für die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz noch keine große Rolle. Doch der Trierer Chefarzt Prof. Tim Piepho geht davon aus, dass sich das bald ändert.

Prof. Dr. med. Tim Piepho ist Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin am Trierer Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Er und sein Team betreuen seit Beginn der Pandemie Corona-Patienten in Trier.

SWR Aktuell: Die Omikron-Variante ist auf dem Vormarsch. Auch in Rheinland-Pfalz steigen die Fallzahlen. Was bedeutet das für die Krankenhäuser?

Prof. Dr. Tim Piepho: Wir werden vielleicht den einen oder anderen Patienten schon betreuen, der mit Omikron infiziert ist. Aber Patienten, die schwer an Omikron erkrankt sind, die dann auch auf der Intensivstation zu finden sind, die werden wir sicherlich erst in zwei oder drei Wochen in größerer Anzahl haben.

SWR Aktuell: Wie ist denn derzeit die Lage der Krankenhäuser in Trier?

Piepho: Momentan befinden sich in den Trierer Krankenhäusern sechs Patienten, die mit Covid infiziert sind. Wir haben allerdings auch eine größere Anzahl von Patienten, die nicht mehr infektiös sind, dementsprechend nicht mehr in die Register gemeldet werden, aber durchaus noch einen schweren Verlauf haben und intensivmedizinisch betreut werden müssen.

Rolle von Omikron im Krankenhaus noch offen

SWR Aktuell: Also kann von einer Entspannung noch keine Rede sein?

Piepho: Wir haben ja Mitte Dezember sehr hohe Infektionszahlen gehabt und auch sehr viele Patienten auf den Intensivstationen. Die haben wir hier zum Teil immer noch.

Sie sind zwar nicht mehr infektiös, aber kämpfen trotzdem noch um ihr Leben. Zum Teil, weil sie einfach schwer erkrankt sind, sodass wir also nicht von einer Entspannung reden können.

Wir sehen die Zahlen gehen herunter, sodass wir uns momentan keine Sorgen darüber machen müssen, ob wir in der Lage sind, zusätzliche Intensivbetten aufstellen zu müssen. Aber auch Omikron wird dazu führen, dass wir intensivpflichtige Patienten betreuen werden.

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SWR Aktuell: Man hört ja immer wieder, dass diese Variante zwar ansteckender sei, aber nicht so krank mache. Lässt das nicht hoffen?

Tim Piepho: Wir haben ja bisher nur Hinweise und Daten aus anderen Ländern, die wir betrachten können, beurteilen können. Und hier kann man schon davon ausgehen, dass die Omikron-Variante deutlich infektiöser ist, aber weniger häufig zu Krankenhaus-Aufenthalten führt und damit sicherlich auch seltener zu schweren Verläufen. Dann wird aber die große Anzahl von Infizierten dazu führen, dass wir trotzdem viele Patienten sehen, die wir im Krankenhaus versorgen müssen. Zudem ist die Gefahr von Omikron, dass viel Personal ausfällt und wir gar nicht alle Patienten so versorgen können, wie wir möchten.

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SWR Akutell: Es gibt auch Experten, wie Prof. Thorsten Lehr, Fachmann für klinische Pharmazie in Saarbrücken, die einen Lockdown fordern. Sie auch?

Piepho: Ich denke nicht. Also bisher haben wir hier in Rheinland-Pfalz die richtige Strategie gehabt. Mit der 2G und der 2G plus Regelung konnten wir schon dafür sorgen, dass die Anzahl der krankenhauspflichtigen Patienten und der intensivpflichtigen Patienten abgenommen hat. Von daher sind wir auf einem guten Weg. Und was Omikron tatsächlich machen wird, das ist unheimlich schwierig zu sagen. Und ob Omikron tatsächlich auch durch einen Lockdown richtig in den Infektionszahlen gesenkt werden kann, auch das wissen wir nicht. Das heißt, das ist tatsächlich spekulativ.

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