An acht Wochenenden tanzen die Menschen beim Katzensprung-Festival in Kerpen zu elektronischer Musik.  (Foto: SWR)

Anwohner klagen über Ruhestörung

Katzensprung-Festival in Kerpen sorgt für Ärger

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Christian Altmayer
Foto von Christian Altmayer, Redakteur bei SWR Aktuell im Studio Trier (Foto: SWR)

An acht Wochenenden wird in Kerpen das Katzensprung-Festival gefeiert. Zum Leidwesen der Anwohner, die gerne ihre Ruhe hätten. Der Konflikt entzweit das Dorf.

Kerpen in der Vulkaneifel liegt etwa eine Stunde von Köln entfernt. "Ein Katzensprung" verspricht Christian Thimm, der Veranstalter eines Musik-Events, das deshalb auch "Katzensprung-Festival" heißt.

Das Problem ist: Die Location, eine alte Strumpf-Fabrik, liegt auch nur einen Katzensprung von den Anwohnern entfernt. Und die sind genervt. Die Bässe bringen sie nach eigenen Angaben um den Schlaf. Mit offenem Fenster zu schlafen? Daran sei nicht mehr zu denken.

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Bürgerinitiative stellt sich gegen das Festival

Acht Sommer-Wochenenden feiern rund 300 Gäste in der früheren Fabrik. Und das ist nach Ansicht einiger Bürger aus Kerpen und dem Nachbarort Flesten viel zu oft. Sie haben sich inzwischen in einer Bürgerinitiative zusammengetan, weil sie sich um das Dorf sorgen - auch als Urlaubsort.

Auch der frühere Ortsbürgermeister Rudolf Raetz ist mit dabei. Er sagt: "Die Leute suchen Erholung in Kerpen. Sie wollen wandern, und die wollen nicht am Wochenende mit Musik über zig Stunden beschallt werden."

Veranstalter: "Ich kann Anwohner verstehen"

Auch bei der Polizei sind diesen Sommer etliche Beschwerden wegen des Festivals eingegangen. Veranstalter Christian Thimm hat allerdings eine Genehmigung für sein Event.

Im übrigen sei Thimm auch kompromissbereit, sagt er. Er sei auf die Bitten der Gemeinde eingegangen.

"Wir hatten so viele Ticketkäufer aus den Jahren vor Corona noch - die mussten wir irgendwie befrieden. Und natürlich ihnen auch die Möglichkeit geben, ihre Tickets einzulösen. Da das nicht mit einem Großen ging, mussten wir uns entscheiden das mit vielen Kleinen zu machen."

Lösung für nächstes Jahr gesucht

Im nächsten Jahr will Thimm allerdings alles anders machen. Und gemeinsam mit den Anwohnern eine Lösung für die Zukunft des Festivals finden, das von vielen jungen Leuten aus der Umgebung auch gut angenommen werde.

Am Mittwoch ist der Konflikt noch einmal Thema im Gemeinderat Kerpen, am Wochenende ist eine Ortsbegehung geplant. Ob dies zur Einigung führt? Unklar.

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