Der Flugplatz in Bitburg. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Hohe Erwartungen in der Eifel

800 Jobs auf Flugplatz Bitburg geplant: Investor stellt sich vor

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Ein Investor plant, auf dem Flugplatz Bitburg sein Hauptquartier einzurichten. Wer die Firma ist, will die Verwaltung heute Abend verraten. Die Erwartungen sind hoch.

+++ Update: Name des Investors bekannt: "Sportsdirect" plant Standort in Bitburg +++

Der britische Sportversand "Frasers Group" will auf dem Flugplatz Bitburg ein Vertriebszentrum bauen und dort 800 Menschen anstellen.

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Die Verhandlungen laufen seit Jahren hinter den Kulissen. Das gut 52 Hektar große Grundstück im Westen der Landebahn hat bereits im November den Besitzer gewechselt.

Dennoch schweigen sich Verwaltung und Kommunalpolitik weiterhin über den Investor am Flugplatz Bitburg aus. Dieser hat offenbar vor, dort sein europäisches Hauptquartier zu errichten und von der Eifel aus zu expandieren.

Arbeit für 800 Menschen

Zunächst sollen 800 Menschen dort Arbeit finden. Was die Firma zu einem der größten Arbeitgeber der Region machen würde. Zum Vergleich: Das sind mehr, als die Bitburger Braugruppe in der Stadt beschäftigt (730). Bei Tesla in Prüm und Arla in Pronsfeld arbeiten jeweils um die 1.000 Menschen.

Der Flugplatz Bitburg (Foto: SWR)
Noch schweigen sich Verwaltung und Kommunalpolitik über den Investor am Flugplatz Bitburg aus.

Investor will erstmal geheim bleiben

Erst heute Abend auf einer Pressekonferenz in der Bitburger Stadthalle wollen die Vertreter von Eifelkreis, Stadt und Zweckverband die Identität der Firma enthüllen. Das entspricht dem Wunsch des Unternehmens.

Denn es handelt sich wohl um einen börsennotierten internationalen Konzern. Eine verfrühte Veröffentlichung hätte daher Auswirkungen auf den Aktienkurs haben können.

Sprudelnde Steuereinnahmen erwartet

Klingt bedeutend und ist es wohl auch - und das nicht nur für Bitburg. Das glaubt zumindest Andreas Gerten von der Bitburger CDU, der von einem "kleinen Wirtschaftswunder für die Region" spricht und mit sprudelnden Steuereinnahmen für die Stadt rechnet.

Davon geht auch der Landtagsabgeordnete und ehemalige Eifeler Landrat Joachim Streit (Freie Wähler) aus: "Der Clou wäre, wenn der Konzern auch seinen Hauptsitz nach Bitburg verlagerte. Dann sprächen wir von viermal so vielen Arbeitsplätzen und noch höheren Gewerbesteuereinnahmen." Doch schon jetzt sei die Ansiedlung "die größte seit der Gründung des Zweckverbandes vor rund drei Jahrzehnten."

Auch Nico Steinbach, Eifeler und Landtagsabgeordneter der SPD, sieht in der Investition "einen großen Erfolg im Rahmen der Konversion des Flugplatzgeländes in Bitburg durch den Zweckverband." Eine Herausforderung werde es nun, die vielen hundert Mitarbeiter zu finden. Schließlich herrscht in der Region annähernd Vollbeschäftigung.

Jürgen Krämer, Vorsitzender der Kreis-FDP, freut sich ebenfalls, insbesondere nach der Enttäuschung um die verpasste Landesgartenschau, "dass wir im Eifelkreis jetzt den Zuspruch durch ein interessantes Unternehmen erhalten haben."

"Die Region entwickelt sich damit weiter sehr positiv. Internationale Unternehmen wie Tesla oder Arla haben damit die Vorteile unserer Region erkannt. Eine gute Basis für uns als Kreis.“ 

Grüne froh über jeden neuen Arbeitsplatz

Alexander Jutz, der für die Grünen in der Versammlung des Zweckverbandes Flugplatz sitzt, hat die Ansiedlung dennoch "kritisch begleitet", wie er sagt. Denn für den Bau des Vertriebszentrums müssen an der Landebahn auch Magerwiesen weichen.

Zwischenzeitig hätten die Verantwortlichen aber Felder gefunden, die als Ausgleichsflächen für die Natur genutzt werden können. Und überhaupt: "Wir unterstützen das, dass sich auf dieser brachliegenden Fläche Gewerbe ansiedelt." Auch bei den Grünen sei man "froh um jeden zusätzlichen Arbeitsplatz in der Region."

Pressekonferenz in der Stadthalle Bitburg

Das genaue Konzept des Unternehmens hinter der Investition soll nun am Dienstagabend bekanntgemacht werden. Zudem werden bei der Veranstaltung, die um 17:30 Uhr beginnt, Statements des Bitburger Bürgermeisters, des Landrates, der Landesregierung und der für den Flugplatz zuständigen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erwartet.

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