Pfleger Mario R. aus dem Hunsrück will sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Ihm droht die Kündigung. (Foto: privat)

Mario R. fühlt sich "unerwünscht"

Impfpflicht im Gesundheitswesen: Pfleger Mario R. ist ungeimpft

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Martin Schmitt

Mario R. arbeitet als Krankenpfleger bei einem ambulanten Intensivpflegedienst im Hunsrück. Er will sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Jetzt droht ihm die Kündigung.

Vor ein paar Tagen habe er ein Schreiben von seinem Arbeitgeber bekommen, sagt Mario R*. Er könne seinen Beruf als Pfleger in dem Unternehmen nicht mehr ausüben, wenn er seine Entscheidung gegen eine Corona-Impfung nicht überdenkt, stand nach eigenen Angaben darin.

"Es macht mich gleichzeitig traurig und wütend", erzählt Mario R. dem SWR. Er spricht von einem "politischen Druck, den Arbeitgeber im Gesundheitswesen ungefiltert an die Angestellten weiterleiten."

"Ich bekam schwarz auf weiß zu lesen, dass ich als Ungeimpfter in diesem System nicht mehr erwünscht bin."

Mario R. arbeitet als Krankenpfleger bei einem ambulanten Intensivpflegedienst im Hunsrück. Er will sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. (Foto: privat)
Mario R. arbeitet als Krankenpfleger bei einem ambulanten Intensivpflegedienst im Hunsrück. Er will sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. privat

Pfleger kümmert sich um schwerstkranke Patienten

Mario R. arbeitet seit neun Jahren als Krankenpfleger. Seit einigen Monaten ist er bei einem ambulanten Intensivpflegedienst angestellt, der deutschlandweit tätig ist. Der 31-Jährige pflegt schwerstkranke Menschen in ihrem Zuhause. Ein Beruf, den er nach eigenen Angaben liebt und "der für mich sinnstiftend ist."

Ungeimpfter Pfleger hat Sorge um finanzielle Zukunft

Mit seiner Frau und dem 13 Monate alten Sohn lebt Mario R. in einem kleinen Dorf im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Das zweite Kind kommt im Sommer auf die Welt. Eine Kündigung wegen der fehlenden Corona-Impfung bedeute für ihn "eine Zukunft in finanzieller Unsicherheit." Es beunruhigt ihn, dass er seine Familie bald nicht mehr so versorgen kann wie bisher.

Doch warum will sich der Krankenpfleger nicht gegen Corona impfen lassen? Er habe "zunächst abgewartet und beobachtet, was passieren würde." Der Vorgang der Impfstoffherstellung und Einführung "kam mir schon erstaunlich schnell vor", so Mario R.

Pfleger betreut Patientin mit Impfschaden nach Corona-Impfung

Was bei ihm die Skepsis gegenüber einer Impfung erhöht hat: Mario R. betreut nach eigenen Angaben als Krankenpfleger eine körperlich beeinträchtigte Frau, bei der vermutlich ein Impfschaden vorliegt. Bei der Patientin sei kurz nach der Erstimpfung mit Astrazeneca das "Guillain Barré Syndrom" festgestellt worden, so Mario R.

Die Frau leide an verschiedenen Lähmungen und werde künstlich beatmet. Laut Mario R. steht die "staatliche Anerkennung" des Impfschadens noch aus.

"Als ich hörte, dass die Beeinträchtigungen bei der Patientin durch einen Impfschaden entstanden waren, hat mich das schon sehr schockiert", so Mario R. Es habe ihn darin bestärkt, sich dem "Risiko einer Impfung nicht auszusetzen".

Auch eine Impfung mit dem neuen Proteinimpfstoff Novavax komme für ihn nicht in Frage.

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Klare Abgrenzung von "Querdenkern"

Er respektiere die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen für oder gegen eine Impfung, sagt Mario R. Er könne die Argumente beider Seiten verstehen. Von sogenannten "Querdenkern" distanziert er sich.

An einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen habe er bislang nicht teilgenommen. Er respektiere aber die Menschen, die "friedlich für Ihre Interessen eintreten und ihrem Unmut Ausdruck verleihen."

"Ich verurteile jede Form von Gewalt."

Pfleger hält Impfpflicht für falsch

Eine Impfpflicht für Gesundheitsberufe hält Mario R. grundsätzlich für falsch. "Ich halte eine flächendeckende, regelmäßige Testung von breiten Teilen der Bevölkerung für sinnvoller." Der Krankenpfleger wünscht sich außerdem eine "repräsentative Studie, die die tatsächliche Immunität in Deutschland abbildet."

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Mario R. rechnet fest mit seiner Kündigung

Gegen eine Kündigung wegen seiner fehlenden Schutzimpfung - noch dazu in der Probezeit, in der er sich noch befindet - gebe es wohl "kaum Handlungsspielraum", so der ungeimpfte Pfleger aus dem Hunsrück. Seine Devise laute derzeit "abwarten und schauen, wie es weitergeht."

"Wir leben in einem kleinen Haus auf dem Land mit großem Garten. Wir bauen gesunde Lebensmittel an und wollen mehr Zeit für die Familie haben." Schon vor Corona habe er sich diesen natürlicheren Lebensstil gewünscht. Das alles werde sich in diesem Jahr "wohl schneller einstellen müssen als gedacht", sagt Mario R.

*Anmerkung der Redaktion: Der Name des Pflegers wurde von der Redaktion geändert.

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Martin Schmitt