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Die Corona-Varianten breiten sich auch in der Region Trier aus. Der Leiter des Instituts für Gesundheit in Luxemburg sagt, dagegen helfe nur: Mehr testen und schneller impfen.

Mutationen des Coronavirus breiten sich auch in unserem Nachbarland Luxemburg aus. Alle drei bekannten Varianten - die britische, südafrikanische und brasilianische - sind im Großherzogtum nachgewiesen. So mancher Trierer blickt mit Sorge nach Luxemburg, denn dorthin fahren allein aus der Region Trier zehntausende Pendler jeden Tag.

Der Generaldirektor des Instituts für Gesundheit in Luxemburg, Prof. Ulf Nehrbass, geht davon aus, dass aber die Verbreitung der Varianten in Luxemburg und Deutschland ähnlich seien. Er hält vor allem das schnelle Impfen für wichtig. Israel sei ein gutes Vorbild. Dort sind mittlerweile fast 70 Prozent der Einwohner über 16 Jahren geimpft.

Prof. Ulf Nehrbass CEO des Luxembourg Institute of Health, ist auch Sprecher der Covid-Taskforce Luxemburg (Foto: Luxembourg Institute of Health)
Prof. Ulf Nehrbass, CEO des Luxembourg Institute of Health, ist auch Sprecher der Covid-Taskforce Luxemburg Luxembourg Institute of Health

Schnelle Impfungen gegen Coronavirus wichtig

Davon sind Luxemburg und auch Deutschland noch weit entfernt. Neueste Studien zeigten, wie wirkungsvoll die Impfungen vor Ansteckung schützten, so der Top-Virologe aus Luxemburg. Daher sollten die Impfstoffe, die schon zugelassen sind, seitens der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA auch alle genutzt werden. Und Nehrbass empfiehlt, die Zulassungen neuer Impfstoffe - wo es möglich sei - zu beschleunigen. Damit flächendeckend geimpft werden könne.

"Die gute Nachricht: Die Impfstoffe, die zurzeit benutzt werden, sind gegen die britische Variante gleich wirksam wie gegen die herkömmliche Corona-Variante."

Prof. Ulf Nehrbass, Leiter des Instituts für Gesundheit in Luxemburg

Mehr Corona-Tests auch in der Region Trier

Bis es genug Impfstoff für alle gibt, sollte auch in der Region Trier mehr getestet werden, rät Prof. Nehrbass. In Luxemburg werden regelmäßig Einwohner, aber auch Pendler zu Tests eingeladen. Das würde er sich auch für Deutschland wünschen. Wenn diese Proben nämlich auch noch auf die Virus-Varianten untersucht würden - also sequenziert werden - könne man besser eingrenzen, wo sich die Mutationen verbreiteten.

Abwasser auf Corona-Virus untersuchen

In Luxemburg gebe es auch einen Test-Ansatz, der die Kläranlagen miteinbeziehe. Das sei eine sinnvolle Maßnahme. Man könne sehr genau und zeitnah verfolgen, wo sich das Coronavirus ausbreite und welcher Stamm gerade überhand nehme. Damit könne man Gegenmaßnahmen zielgerichteter vornehmen und müsse nicht überall die Auflagen verschärfen. Er stelle eine gewisse Lockdown-Müdigkeit fest.

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Selbsttests nicht so genau, aber sinnvoll

Sehr hilfreich können laut Nehrbass Corona-Tests sein, die Menschen selber anwenden können. Sie seien allerdings nicht so genau wie PCR-Tests. Deshalb müssten sie regelmäßig genutzt werden - zum Beispiel an Schulen oder Arbeitsstätten. Das hieße - die Menschen müssten sich damit mehr als einmal pro Woche testen.

Wenn diese Tests verbreitet würden und so häufig genutzt würden, könnten sie eines von ein paar Mitteln sein, die Pandemie in den Griff zu bekommen, so Prof. Nehrbass. Von Grenzschließungen hält er dagegen wenig. Das hat seiner Ansicht nach auf die Verbreitung des Virus kaum einen Effekt. Es gebe Hotspots sowohl in Luxemburg als auch Deutschland. Es gelte, insgesamt die Zahl der Infektionen unter Kontrolle zu halten.

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