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Der Hunsrück als Zentrum der Macht. In den 70ern hat Altkanzler Helmut Kohl alles, was Rang und Namen hatte, in den Hunsrück zum Jagen eingeladen, übernachtet wurde im Hotel Waldfriede bei Hattgenstein im Hunsrück.

Das Fachwerk-Hotel ist zugewachsen und kaum zu sehen. Die Fenster sind eingeschlagen und teils mit Brettern zugenagelt. Die Wände mit Graffiti besprüht. Da, wo die Leute sich einst auf der Liegewiesen gesonnt haben, wachsen jetzt die Brennnesseln. Der Glanz von früher ist lange vergangen.

Anfang der 1970er-Jahre soll Altkanzler Helmut Kohl hierher Wirtschaftsbosse zum Jagen eingeladen haben. Darunter soll der ehemalige Arbeitgeberpräsident und RAF-Opfer Hanns-Martin Schleyer gewesen sein. In solchen feucht fröhlichen Jagdrunden soll auch die Parteispendenaffäre der CDU losgetreten worden sein, mitunter auch hier im Hunsrück.

Hotel steht zum Verkauf

Heute passiert in dem Hotel nichts mehr, leer steht es schon seit vielen Jahren. Der Besitzer ist 2015 gestorben und hatte keine Erben. Deswegen gehört das Hotel jetzt dem Land Rheinland-Pfalz und das verkauft das Gebäude. Vor ein paar Jahren hätte es laut dem Finanzministerium, das für das Gebäude jetzt zuständig ist, tatsächlich fast einen Käufer gegeben. Für 60.000 Euro hätte das ehemalige Hotel den Besitzer wechseln sollen. Doch der Verkäufer hat laut den Behörden kurz vor dem Abschluss noch einen Rückzieher gemacht.

Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist nur ein Steinwurf entfernt

Wer weiß, vielleicht verhilft ein neuer Eigentümer dem Hotel dann wieder zu altem Glanz. Und da, wo sich einmal die Mächtigen der Republik getroffen haben, schlafen dann bald die Touristen, die im Nationalpark Hunsrück-Hochwald Urlauben machen wollen. Der Eingang zum Park am Erbeskopf ist nur wenige Meter entfernt.

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