Nach der Flut kann in Holsthum noch nicht so viel Hopfen geerntet werden wie früher. (Foto: SWR, Ansgar Zender)

Weniger Hopfen in Holsthum

Hopfenernte in der Eifel: Flutfolgen immer noch spürbar

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Ludger Peters

Ein Jahr nach der Flut kann Hopfenbauer Andreas Dick noch nicht aus dem Vollen schöpfen. Sein Betrieb ist im Wiederaufbau und die nächste Herausforderung ist schon da: der Klimawandel.

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"Hopfen und Malz - Gott erhalt´s" - das hätte sich der einzige Hopfenbauer der Region im vergangenen Jahr auch gewünscht. Doch die Prüm wurde wie viele andere Bäche und Flüsse bei der Juli-Flut zu einem reißenden Strom und zerstörte fast alle seine Anlagen.

Nach der Flut kann in Holsthum noch nicht so viel Hopfen geerntet werden wie früher. (Foto: SWR, Ansgar Zender)
Über ein Jahr nach der Flut schaut Hopfenbauer Andreas Dick wieder hoffnungsvoll in die Zukunft. Viele Kollegen haben ihm beim Wiederaufbau seiner Hopfengärten geholfen. Ansgar Zender

Mittlerweile hat er 10 seiner ehemals 22 Hektar wieder aufgebaut. Zum Teil konnte er alte Pflanzen retten. Vieles musste er aber auch wieder neu pflanzen. Hilfe kam aus der Eifel aber auch von Hopfenbauern aus Bayern.

"Die Kollegen aus der Hallertau, das ist das größte deutsche Anbaugebiet, sind hier hoch zu mir in die Eifel gekommen und haben mit angepackt. Das hat enorm geholfen."

Hopfenernte fällt deutlich kleiner aus

Und so kann Dick seit Wochenbeginn auch in die Hopfenernte starten. Etwa 400 Zentner könnten es werden, sagt er. Vor der Flut hat er doppelt so viel Hopfen geerntet. Die neuen Pflanzen werfen noch keinen Ertrag ab. Frühestens 2024 wird er dort ernten können. Den Hopfen liefert er exklusiv an eine Eifeler Brauerei.

Klimawandel beim Wiederaufbau berücksichtigt

Andreas Dick nutzt die Katastrophe jetzt um seine Hopfengärten fit für den Klimawandel zu machen. Er hat für die Neuanpflanzungen andere Hopfensorten ausgewählt. Sie sollen besser mit Trockenheit und höheren Termperaturen klar kommen. Außerdem will er Bäume rund um die Anlagen pflanzen. Die könnten dafür sorgen, dass es in den Hopfengärten nicht ganz so heiß wird.

Hopfenbauer Andreas Dick pflanzt neuen Hopfen (Foto: SWR)
Hopfenbauer Andreas Dick hat bei seinen Neuanpflanzungen im Frühjahr auf klimaresistentere Hopfensorten gesetzt. "Darüber habe ich schon länger nachgedacht. Da ich wegen der Flutschäden jetzt sowieso handeln muss kommen die neuen Pflanzen früher als geplant."

Der Hopfenbauer verzichtet auch auf Fläche. Statt der 22 Hektar vor der Flut will er künftig nur noch 18 Hektar bewirtschaften. Unter anderem weil er nicht mehr so nah ans Ufer der Prüm Pflanzen setzt.

"Der Uferbereich ist jetzt flacher. So kann sich die Prüm bei Hochwasser schneller ausbreiten und wird nicht zu einem solch reißenden Fluß"

Eine Maßnahme, die auch für die Dörfer unterhalb seiner Anlagen bei einer Flut künftig von Vorteil sein kann.

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