Forstämter in RLP

Heizen mit Holz: Hohe Nachfrage, viele Diebstähle

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Ansgar Zender
Ansgar Zender (Foto: SWR)

Aus Angst vor einem Gasmangel im Winter und um Geld zu sparen, setzen immer mehr Menschen auf Heizen mit Holz. Entsprechend begehrt ist Holz zur Zeit. Das spüren Forstämter einerseits an der gestiegenen Nachfrage, andererseits weil mehr geklaut wird.

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Im Hinzerather Staatswald (Kreis Bernkastel-Wittlich) wurden zuletzt 137 Festmeter Buche geklaut, die schon an einen Händler verkauft waren. Der Dieb muss mehrfach mit einem Holztransporter mit Kran gekommen sein, vermutet Revierförster Rainer Mettler.

Diebe wohl mit Profigerät unterwegs

"Der wird eine halbe Stunde gebraucht haben, um zu laden. Das hat er dann fünf oder sechsmal gemacht und ist dann gemütlich zur Bundesstraße gefahren und ist dann verschwunden." Der Revierförster vermutet, dass ein Holzfuhrunternehmen den Diebstahl zusammen mit einem privaten Brennholzkäufer organisiert hat.

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Nach dem bislang größten Diebstahl im Hunsrück zieht der Forstamtsleiter des Idarwalds, Gerd Womelsdorf, Konsequenzen: Er hat Förster und Jäger gebeten, besonders in der Dämmerung auf Holz-Lkw zu achten und sich Kennzeichen, Datum und Uhrzeit zu notieren.

GPS-Tracker im Holz sollen helfen

Eine Idee ist auch, im Holz GPS-Tracker zu verstecken. Wird der Stamm bewegt, löst der Sender beim Besitzer einen Alarm aus und die Route, die der Dieb nimmt, kann genau verfolgt werden.

Womelsdorf führt die Entwicklung auf die allgemeine Energiekrise zurück. "Die Leute haben Angst davor, dass sie zu wenig Holz bekommen. Und dann wird - glaube ich - auch gebunkert und gehamstert. Ähnlich wie das mit dem Toilettenpapier und dem Sonnenblumenöl war."

Holz muss ein bis zwei Jahre trocknen

Dabei würden die Menschen vergessen, dass das Holz, das jetzt abgefahren werde, noch viel zu frisch sei. Dies könne man jetzt noch nicht verbrennen. "Sie müssen ein, zwei Jahre warten, bis das Holz abgetrocknet ist, um den hohen Heizwert zu bekommen."

Bei den Dieben ist das Buchenholz besonders beliebt, weil es zur Zeit sehr teuer ist und weil davon nur wenig auf dem Markt ist. Denn zuletzt wurden vor allem Fichten gefällt, die vom Borkenkäfer befallen wurden.

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