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In einigen Wintersportgebieten in Eifel und Hunsrück gibt es auch am Mittwoch wieder Probleme mit zu viel Andrang und Falschparkern an den Straßen. Die Polizei teile auf SWR Anfrage mit, dass zahlreiche Zufahrtsstraßen auch an den kommenden Tagen gesperrt bleiben.

Am Schwarzen Mann bei Prüm war vor allem durch Besucher aus Nordrhein-Westfalen und Belgien der Parkplatz schon überfüllt, bevor die Zufahrtsstraße L 20 gesperrt werden konnte.

Wegen zu vieler Menschen, die mit dem Auto zum Skifahren, Rodeln oder für eine Winterwanderung zum Rösterkopf bei Reinsfeld und dem Dollberg bei Neuhütten im Hunsrück kamen, sind auch dort Zufahrtstraßen gesperrt worden. Die Straßensperrungen bleiben in allen Wintersportgebieten über das Wochenende bestehen.

Zufahrt zum Erbeskopf wird überwacht

Trotz der gesperrten Zufahrt zum Erbeskopf, versuchten am Dienstag viele Wintersportler das Ski-und Rodelgebiet zu erreichen. Nach Angaben der Polizei wichen sie dabei auch auf andere Anfahrtswege aus. Die chaotischen Verhältnisse der vorangegangenen Tage blieben jedoch weitestgehend aus, so die Polizei. 40 Autofahrer seien aber gebührenpflichtig verwarnt worden, weil sie das bestehende Durchfahrtsverbot auf der L164 missachtet hätten.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang nochmal darauf hin, dass die L164 auch für den Berufsverkehr zwischen 08:30 Uhr und 16:00 Uhr voll gesperrt ist. Polizei und Ordnungsbehörden werden auch in den nächsten Tagen die Sperrung der L164 überwachen und Verkehrsverstöße ahnden.

Wintersportler in der Region unterwegs

Vielen Menschen strömten am Dienstag aber auch in die übrigen Ski-und Rodelgebiete im Hunsrück, in der Eifel und im Hochwald.

Stau auf dem schneebedeckten Rösterkopf (Foto: Ordnungsamt Saarburg-Kel)
Auf der Zufahrt zum Rösterkopf gab es Stau. Ordnungsamt Saarburg-Kel

Am Rösterkopf im Hochwald mussten Ordnungsamt und Polizei einschreiten. Entlang der Straße zwischen Reinsfeld und Kell am See blockierten parkende Autos den Verkehr. Dort wurden Parkverbotsschilder aufgestellt.

Weil die Zufahrtsstraßen zum Erbeskopf seit Dienstag tagsüber gesperrt sind, wichen Wintersportler zum Idarkopf in der Nähe von Rhaunen aus. Dort behinderten parkende Autos den Verkehr und die Räumfahrzeuge.

Leute gehen auf einem schneebedecktem Waldweg spazieren (Foto: SWR)
Auch am Idarkopf bei Rhaunen, sind einige Familien zum rodeln und spazieren gehen unterwegs.

Viele Besucher in der Eifel

Am Mäuseberg bei Daun war auch viel Betrieb, laut Polizei blieb aber alles im Rahmen, obwohl die Parkplätze voll waren. Auch zum Schwarzen Mann bei Prüm machten viele Menschen einen Winterausflug und parkten entlang der L 20.

Die Polizei Simmern hat unterdessen am Dienstag alle Wanderer und Wintersportler darum gebeten, ab sofort den Schanzerkopf in der Gemeinde Argenthal nicht mehr anzufahren. Der dortige Wanderparkplatz sei restlos überfüllt. Zwischenzeitlich parkten bereits Autos auf der Zubringerstraße (L 242) auf dem rechten Fahrstreifen und behinderten die Durchfahrt.

Polizei sperrt Straße zum Erbeskopf ab, Autos warten, es schneit (Foto: SWR, Ansgar Zender)
Am Erbeskopf musst die Polizei bereits am Montag die Straße absperren, weil zu viele Leute gekommen waren. Ansgar Zender

Zufahrt zum Erbeskopf nicht mehr möglich

Seit Dienstag ist die Zufahrtsstraße zum Erbeskopf gesperrt. Grund ist der Besucheransturm an den vergangenen Tagen.

Nachdem alle Appelle der vergangenen Tage, den Erbeskopf nicht anzufahren, nichts genützt hätten, werde nun gehandelt, so Gregor Eibes (CDU), Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich im SWR-Interview. Deshalb sei die entsprechende Landesstraße 164 als Zufahrt zum Erbeskopf zwischen der B 269 (Allenbacher Kreuzung) und der B 327 (Bäscher Kreuzung) seit Dienstag zwischen 8:30 Uhr und 16 Uhr gesperrt.

Für den Berufsverkehr sei die Strecke noch befahrbar, ansonsten sei eine Zufahrt zum Erbeskopf nicht mehr möglich. Die Sperrung soll zunächst bis Sonntag gelten.

Dreyer bittet: "Bleiben Sie Zuhause!"

Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) rief die Menschen dazu auf, das Wintersportgebiet Erbeskopf nicht zu besuchen. Am vergangenen Wochenende und heute sei das Gedränge dort so groß gewesen, dass die nötigen Mindestabstände nicht eingehalten werden könnten. "Bitte suchen Sie sich irgendwo ein einsames Waldstück oder bleiben Sie Zuhause", mahnte Dreyer.

"Nicht mehr Herr der Lage"

Die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Thalfang sprach wegen des erneuten Besucheransturms am Montag von chaotischen Zuständen. "Man werde der Lage nicht mehr Herr", sagte Verena Höfner (CDU) dem SWR. Abstände könnten nicht mehr eingehalten werden, viele Leute trügen außerdem keinen Mund-Nasenschutz.

Höfner hat angekündigt, nun "streng durchzugreifen". Denn bereits am Wochenende herrschte auf dem Erbeskopf ein regelrechtes Verkehrs-Chaos. Die Parkplätze waren überfüllt, die Autos parkten entlang der Landesstraße, für Rettungskräfte war kaum ein Durchkommen mehr möglich.

Trotz des Corona-Lockdowns kamen Augenzeugenberichten zufolge nicht nur Menschen aus der näheren Umgebung zum Erbeskopf, sondern auch Besucher aus Kaiserslautern, Neuwied oder Wiesbaden.

Zwei Schneemänner stehen vor dem Rodelhang auf dem Erbeskopf, im Hintergrund sind viele Familien und Kinder (Foto: SWR)
Auch am Montag kamen viele Familien zum Erbeskopf, um dort zu rodeln.
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