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Die Holzpreise sind seit Jahresbeginn explodiert. Für eine junge Familie aus Mandern im Landkreis Trier-Saarburg hat das gravierende Folgen.

Jenny Eisenring steht vor einem Grundstück im neu erschlossenen Baugebiet in Mandern. Es liegt leicht erhöht und man hat einen Blick auf den Ort und ins Tal. Dort, wo jetzt noch Wiese ist, sollte das neue Haus der jungen Familie entstehen. Sollte. Denn die hohen Holzpreise haben einen Strich durch die Pläne gemacht.

Hohe Holzpreise: Das erschlossene Neubaugebiet in Mandern soll auch jungen Familien die Möglichkeit geben, im Ort ein Eigenheim zu bauen.  (Foto: SWR)
Das neu erschlossene Baugebiet in Mandern. Hier wollte auch die Familie Eisenring ihr Traumhaus bauen.

Bedingungen für Hausbau waren gut

Jenny Eisenring und ihr Mann sind in Mandern aufgewachsen. Sich hier etwas Eigenes aufzubauen, stand für das Paar schon lange fest.

Nach der Geburt des Sohnes im vergangenen Jahr wurden die Pläne konkret. Auch die Bedingungen für junge Familien wie die Eisenrings waren gut. Die Zinsen für Kredite sind niedrig und die Gemeinde hatte Land für Eigenheime freigegeben, das auch für durchschnittliche Einkommen bezahlbar war.

Die Eisenrings fanden ein passendes Grundstück und reservierten es. Es war das mit der schönsten Lage, sagt Jenny Eisenring. Freier Blick auf den Wald und ins Tal.

Wegen der stark gestiegenen Holzpreise können Jenny Eisenring und ihr Mann das geplante Haus nicht bauen.  (Foto: SWR)
Wegen der stark gestiegenen Preise für Holz können Jenny Eisenring und ihr Mann das geplante Haus nicht bauen.

100.000 Euro mehr kann die Familie nicht stemmen

Anfang des Jahres beginnt das Paar mit der Bauplanung. Sie sprechen mit einigen Baufirmen von Fertighäusern. Dann explodieren die Holzpreise, es gibt Lieferengpässe, andere Baustoffe werden ebenfalls teurer.

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Die Baukosten, mit denen die Eheleute kalkuliert hatten, steigen um ein Vielfaches.

"Wir haben dann nochmal alles überschlagen und immer wieder überlegt. Wir sind dann aber zu dem Entschluss gekommen, dass das finanziell für uns nicht machbar ist."

Am Ende hätte die junge Familie für das Haus mit Grundstück rund eine halbe Million Euro zahlen müssen. Kalkuliert hatten sie 350.000 Euro, maximal 400.000 Euro.

Wegen der hohen Holzpreise kann eine Familie aus Mandern bei Trier ihr Haus nicht bauen. (Foto: SWR)
Vor einigen Wochen haben die Eisenrings aus Mandern die Reservierung für ihr Grundstück zurückgegeben. Die hohen Holzpreise haben ihren Traum vom Eigenheim vorerst platzen lassen.

"Man will ja nicht nur für sein Haus leben. Das ist auch eine finanzielle Bürde. Und man will ja nachts auch noch ruhig schlafen."

Folgen der hohen Holzpreise

Die Eisenrings sind nicht die einzige Familie, die von den drastischen Preissteigerungen betroffen sind. Geplante Bauprojekte müssten auch bei anderen verschoben werden, sagt Manderns Bürgermeister Tim Kohley. Wieder andere wie die Eisenrings springen ab. Eigentlich wurde das Neubaugebiet erschlossen, um auch jungen Familien die Möglichkeit zu geben, im Ort zu bleiben und zu bauern, erklärt Kohley.

"Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, wo die Leute Probleme haben, ihre Hausfinanzierung so hinzubekommen, dass sie noch ruhig schlafen können."

An eine Verbesserung der Situation glaubt der Bürgermeister nicht. Auch wenn die Preise wegen der Entspannung an den Märkten wieder sinken würden. Seine Erfahrung sei, dass so stark gestiegene Preise nie wieder auf den vorherigen Stand zurückgehen. Dafür würden zu viele daran gut verdienen. Langfristig werden die Preise höher bleiben, so um die 30 Prozent, befürchtet Kohley.

"Für Normalverdiener gibt es da fast keine Möglichkeiten mehr, ein Haus zu bauen. Und wenn dann noch hohe Grundstückspreise dazu kommen, können eigentlich nur noch reiche Menschen bauen."

Familie Eisenring will sich jetzt nach einem alten Haus im Ort umschauen und bei Bedarf umbauen. Wenn die Preise für Baumaterial nicht weiter steigen.

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