Ein Straßenschild mit der Aufschrift "Hindenburgstraße" in Trier. Sie soll in Gerty-Spies-Straße umbenannt werden.  (Foto: SWR, Nicole Mertes)

Abstimmung im Ortsbeirat

Neuer Name für Hindenburgstraße in Trier steht fest

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Nach jahrelanger Diskussion hat der zuständige Ortsbeirat der Stadt Trier am Dienstagabend entschieden: Aus der Hindenburgstraße wird Gerty-Spies-Straße.

Insgesamt standen 15 Vorschläge in der Sitzung des Ortsbeirates Trier-Mitte/Gartenfeld zur Abstimmung. In die Stichwahl kamen die Namen "Forum" und Gerty-Spies-Straße. Keiner der beiden Vorschläge erhielt auch nach einem vierten Wahlgang eine Mehrheit. Am Ende entschied das Los für Gerty-Spies-Straße.

Gerty Spies stammt aus Trier

Gerty Spies wurde 1897 in Trier als Tochter jüdischer Eltern geboren. 1942 wurde sie ins KZ Theresienstadt deportiert und überlebte. Bekannt wurde sie durch zahlreiche Gedichtbände und Erzählungen. Seit 1996 verleiht die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz den Gerty-Spies-Literaturpreis.

Stadtrat Trier muss noch zustimmen

Nach der Entscheidung des Ortsbeirates am Dienstag ist anschließend noch die Zustimmung des Stadtrates notwendig. Dass die Hindenburgstraße grundsätzlich umbenannt werden soll, hatten der Ortsberat im Jahr 2019 und der Stadtrat 2020 entschieden.

Paul von Hindenburg: Historisch umstrittene Figur

Hintergrund für die Umbenennung war, dass der ehemalige Reichspräsident Paul von Hindenburg 1933 Adolf Hitler zum Kanzler ernannte. Kurz darauf erließ er Notverordnungen, mit denen die Grundrechte und die Pressefreiheit im Deutschen Reich aufgehoben wurden. Hindenburg gilt somit als "Steigbügelhalter" der Nazi-Diktatur.

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