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In Mainz haben am Mittwoch etwa 250 Menschen gegen die Schließung von Geburtsstationen in Rheinland-Pfalz demonstriert. Darunter waren auch viele Teilnehmerinnen aus der Vulkaneifel.

Hebammen aus der Vulkaneifel demonstrieren am Mittwoch in Mainz (Foto: SWR, Judith Seitz)
Hebammen aus der Vulkaneifel demonstrieren am Mittwoch in Mainz Judith Seitz

Mit Trillerpfeifen und Plakaten zogen sie durch die Innenstadt. Die Teilnehmer aus der Eifel waren nach Angaben einer Organisatorin mit einem Bus aus Gerolstein, Hillesheim und Daun angereist. Der Hebammen-Verband in Rheinland-Pfalz und andere Organisationen forderten bei der Demo, die Geburtshilfe vor allem in ländlichen Regionen zu stärken. Die Geburtshilfe in Daun war zum Jahreswechsel laut Krankenhausleitung aus Kostengründen und wegen Fachärztemangels geschlossen worden.

Mutter bringt Kind an Tankstelle zur Welt

Schwangere müssen seitdem in umliegende Geburtenstationen fahren - die bis zu 40 Minuten entfernt sind. Erst vor wenigen Tagen brachte eine Mutter aus Wallenborn in der Vulkaneifel ihr Kind im Privatauto auf einer Tankstelle in Badem bei Bitburg zur Welt, weil sie es nicht mehr rechtzeitig ins Krankenhaus schaffte. Sie und ihr Mann mussten nach rund 20 Minuten Fahrt anhalten, weil die Geburt einsetzte. Zur Geburtshilfestation nach Daun im Kreis Vulkaneifel hätte sie es in zehn Minuten geschafft. Sie habe große Angst gehabt, sagte die Mutter dem SWR. Zum Glück ist alles noch mal gut gegangen: Es ist ihr viertes Kind - und die Rettungswache in Badem war schnell vor Ort.

Dauer

"Es ist eine Katastrophe, dass es in Daun keine Geburtshilfe mehr gibt. Es dauert einfach zu lange, wenn man hier durch die halbe Eifel gurken muss."

Mutter aus der Eifel

Hebammenzentrale öffnete im Mai

Nach der Schließung der Geburtenstation in Daun ging im Mai die Hebammenzentrale des Deutschen Roten Kreuzes an den Start. An den Standorten Daun und Gerolstein werden Vor- und Nachsorgeuntersuchungen angeboten. "Es ist richtig gut angelaufen und wir haben guten Zulauf", sagt Hebamme Denise Schneiders. Die Frauen seien aber wegen der Fahrtzeiten zu den Geburtsstationen nach wie vor beunruhigt. "Das hören wir jeden Tag."

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