Die Auszubildenen im Straßenbau haben die Aufgabe bekommen, mit verschiedenen Steinen ein bestimmtes Muster nach vorgegebenen Kriterien zu legen. (Foto: SWR, Andrea Meisberger)

Chancengleichheit in der Ausbildung

Wo Azubis am Bau in Trier Hilfe bekommen können

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Auszubildende im Baugewerbe, die Probleme haben, mit Lernen nicht nachkommen oder Fragen zur Ausbildung haben, können sich an die Pädagogen der Handwerkskammer Trier wenden.

In einem großen Zelt, direkt neben dem Gebäude der Handwerkskammer Trier in Kenn, setzen die angehenden Straßenbauer Steine nach einer festgelegten Vorlage in den Sand. Es wird gehämmert, gemessen und geklopft. Barbara Thönnessen und Michael Meyer schauen hin und wieder den Auszubildenden bei ihrer Arbeit zu, reden mit ihnen, fragen wie die Ausbildung läuft und wie es ihnen geht. Sie sind die sogenannten ÜLU-Pädagogen. ÜLU steht für "Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung".

Barbara Thönnessen ist ÜLU-Pädagogin bei der Handwerkskammer Trier und hilft Auszubildenden ihre Ausbildung gut zu beenden. (Foto: SWR, Andrea Meisberger)
ÜLU-Pädagogin Barbara Thönnessen unterhält sich mit einem Auszubildenden über sein Projekt, das er gerade bearbeitet. Andrea Meisberger

Es geht um Chancengleichheit

Bei dem Projekt geht es vor allem darum, allen Auszubildenden eine gute und erfolgreiche Ausbildung zu ermöglichen. Werden zum Beispiel bei dem ersten Mathe-Eignungstest Schwächen festgestellt, bieten Barbara Thönnessen und Michael Meyer an, eine Nachhilfe zu vermitteln. Es geht aber auch darum, bei Streitereien zwischen den Auszubildenden oder Problemen im Ausbildungsbetrieb zu vermitteln.

"Wir sehen uns als Coach aller Auszubildenden. Nicht nur einer bestimmten Gruppe."

Tag für Tag vor Ort

Michael Meyer und Barbara Thönnessen sind jeden Tag da, um immer ansprechbar für die Auszubildenden zu sein. Gibt es Probleme, werden sie auch schon mal vom Ausbildungsleiter angerufen. Dann gibt es Gespräche. Je nach dem unter vier Augen oder auch in der Gruppe. Das Angebot ist freiwillig. Wer nicht sprechen will, muss nicht. Das Angebot werde aber gut angenommen, sagt Barbara Thönnessen.

Wie wird das Angebot angenommen?

Seit vergangenem Jahr gibt es um die 160 neue Auszubildende im Baugewerbe. Sei es im Straßenbau, als Maurer oder als Stuckateur. Durch die ÜLU-Pädagogen sollen die Ausbildungsleiter entlastet werden. Fragen und Probleme sollen an Michael Meyer und Barbara Thönnessen herangetragen werden, sodass sich der Ausbildungsleiter auf die Arbeit der Auszubildenden konzentrieren kann.

Nicht alle Auszubildenden nehmen das Angebot gleich gerne an. Manche zieren sich noch, offen über Probleme, Streitigkeiten oder Komplikationen zum Beispiel im Ausbildungsbetrieb oder zwischen den Auszubildenden zu sprechen, sagt Michael Meyer.

In Zukunft soll es auch Schulungen für Meister geben, um diesen Hilfestellungen im Umgang mit den Auszubildenden zu geben, sagt Barbara Thönnessen.

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