Flughafen Hahn (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Thomas Frey/dpa)

Turbulente Zeiten für Hunsrück-Airport

Flughafen Hahn trotz Krise bei HNA optimistisch

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Der Flughafen Hahn blickt trotz der Probleme seines Eigners HNA zuversichtlich in die Zukunft: Es sei "nahezu unvorstellbar", dass die Krise von HNA Auswirkungen auf den Airport habe, so Hahn-Betriebschef Goetzmann.

Bei einer Videokonferenz mit CDU-Kommunalpolitikern versuchte Christoph Goetzmann am Donnerstagabend, Ängste zu zerstreuen: Die Situation sei für den Hahn nicht so gefährlich, "wie Sie das jetzt sehen", sagte er. "Es ist ja nicht die Beziehung Mutter-Tochter oder Enkel-Gesellschaft, sondern es ist ja viel viel weiter weg. Und um es nochmal ganz deutlich zu sagen: Es geht ja um eine Restrukturierung. Es geht auch um die Möglichkeit, neues Kapital in die HNA-Gruppe, in diesen Konzern-Verbund zu bringen."

Die CDU-Politikerin Anke Beilstein, Beigeordnete des Landkreises Cochem-Zell, zeigte sich bei der digitalen Konferenz besorgt über die jüngsten Entwicklungen beim Konzern HNA. Wenn es heiße, drei Unternehmen unter dem Dach der HNA hätten Insolvenz angemeldet, "dann müsse man schlicht und ergreifend aufgeschreckt sein", sagte sie.

Goetzmann: Nicht Auflösung, sondern Sanierung geplant

Goetzmann verglich die anstehenden Umstrukturierungen bei HNA mit dem US-Insolvenzverfahren "Chapter Eleven". Dieses sieht keine Liquidation einer Firma vor, sondern eine Sanierung und Reorganisation. Goetzmann räumte ein, dass die Nachrichten aus China dennoch Auswirkungen in Deutschland haben könnten. Sie würden dann zum Problem, wenn Lieferanten, Mitarbeiter und Dritte besorgt seien - auch, weil sie nicht alle Informationen hätten oder oft auch nicht ganz sauber berichtet werde.

Die Geschäftsführung des Flughafens Hahn hat bislang Interviewanfragen abgelehnt und auf schriftliche Fragen nur einen knappen Hinweis versandt, wonach der Flughafen nicht von den Umstrukturierungen betroffen sei.

HNA-Konzern hält 82,5 Prozent der Hahn-Anteile

Die Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH (FFHG) gehört seit 2017 zu 82,5 Prozent zum HNA-Konzern, die anderen Anteile hält das Land Hessen. Zur aktuellen Struktur erklärte Goetzmann bei der Hunsrück-Konferenz der CDU: "An der HNA Airport Group GmbH wiederum ist die HNA Airport Group Company Limited bzw. die Hainan Air Travel Service Company Limited, in China, eine Gesellschaft nach chinesischem Recht beteiligt. An keiner dieser Gesellschaften ist ein Teil der HNA-Gruppe beteiligt, welche momentan Gegenstand einer Restrukturierung ist. Es gibt keine Beteiligung eines Unternehmens der HNA Group Company Limited.“

Von den drei chinesischen Unternehmen, die umstrukturiert würden, hätten zwei dies selbst beantragt. Für die dritte Firma habe dies ein juristischer Dritter getan. Sorgen bereite dem Flughafen Hahn die Corona-Pandemie, mit der viele seiner Kunden wie Ryanair kämpfen. "Und wenn Sie mich fragen, was macht mich mehr besorgt, die Umstrukturierung oder die Pandemie? Dann muss ich sagen: Dann ist die Pandemie, auch weil sie weniger vorhersehbar ist, durchaus das, was mich mehr, was mich viel mehr bewegt", so Goetzmann.

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