Rettungskräfte in der Trierer Innenstadt nach der Amokfahrt am 1. Dezmeber 2020.  (Foto: SWR)

Gutachten am Landgericht vorgestellt

Trierer Amokfahrer raste mit 75 bis 90 km/h durch Innenstadt

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Bei der Amokfahrt in Trier im Dezember 2020 mit fünf Toten war der mutmaßliche Täter mit bis zu 90 Stundenkilometern durch die Innenstadt gerast. Das geht aus dem Gutachten eines Kfz-Sachverständigen hervor.

Denis Knippel sitzt in der ersten Reihe des Gerichtssaals im Landgericht Trier und erklärt, wie er die Geschwindigkeit des mutmaßlichen Amokfahrers berechnet hat. Der Kfz-Sachverständige gibt an, dass der SUV der Marke Landrover im Bereich der Simeonstraße Richtung Porta Nigra mindestens 75 Kilometer pro Stunde schnell gewesen ist.

Knippel betont, das sei die Mindestgeschwindigkeit. Teilweise sei das Fahrzeug auf bis zu Tempo 90 in diesem Bereich beschleunigt worden.

Gesamte Strecke der Amokfahrt konnte nicht berechnet werden

Für das Erstellen des Gutachtens hat der Sachverständige Fotos und Videoaufnahmen aus den Geschäften bekommen. Sie waren Teil der Spurensicherung der Polizei. Allerdings können viele Überwachungskameras nur einen kleinen Teil der Straße einsehen. Knippel gibt an, das mache die Berechnung der Geschwindigkeit des Tatfahrzeugs schwierig.

Videoaufnahmen aus Eiscafé in Fußgängerzone

Im Bereich Simeonstraße Richtung Porta Nigra gab es Videoaufnahmen aus einem Eiscafé, auf denen ein großer Teil der Fußgängerzone zu sehen ist. Hier konnten Berechnungspunkte angesetzt werden, woraus sich dann die Geschwindigkeit zwischen 75 und 90 Kilometer pro Stunde ergeben habe, erläutert der Experte.

Mit dieser Geschwindigkeit sei auch die 25-jährige Studentin erfasst und 22 Meter durch die Luft geschleudert worden, so Knippel. Sie ist eines der fünf Todesopfer, die bei der Amokfahrt am 1. Dezember 2020 ums Leben kamen. Viele andere wurden zum Teil schwerstverletzt.

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SUV nach der Amokfahrt in Trier untersucht

Zudem wurde das Auto des mutmaßlichen Amokfahrers von Knippels Team begutachtet und untersucht. Dabei sollte die Frage geklärt werden, ob technische Mängel bestanden haben, die Auswirkungen auf die Fahrweise hatten. Unter anderem wurden dabei die Bremsanlage und das Fahrwerk ausführlich überprüft.

Das Ergebnis: Es gab keine Auffälligkeiten. Das Fahrzeug war fahrtüchtig und konnte kontrolliert gelenkt werden, auch Gas- und Bremspedal waren demnach voll funktionsfähig.

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