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Archäologen des Rheinischen Landesmuseums haben bei aktuellen Grabungen in Bitburg weitere Reste der spätmittelalterlichen Stadtmauer freigelegt. Nach Angaben des Grabungsleiters dürfen die Wissenschaftler noch bis Ende dieses Monats dort arbeiten.

Spurensuche auf einem freien Grundstück in der Bitburger Denkmalstraße: Unter einem großen Sonnenschirm, der vor dem Regen schützt, arbeiten zwei Wissenschaftler. Die großen Steine, die sie dort freigelegt haben, sind Teile des Fundaments der mittelalterlichen Stadtmauer. Ein Mitarbeiter hat ein Metermaß in der Hand, eine andere Mitarbeiterin macht Notizen.

"Die Stadtmauer wird nun genau dokumentiert. Mithilfe des Metermaßes kann eine maßstabsgerechte Zeichnung angefertigt werden", erklärt Grabungsleiter Lars Blöck.

Karte aus dem Spätmittelalter als Beweis

Für Laien sehen die Funde wie ganz normale Steine aus. Doch Lars Blöck und seine Kollegen können ihre Bedeutung genau einschätzen.

"Wir haben Glück, dass wir aus dem Spätmittelalter eine Karte haben, die zeigt, wo die Mauer ungefähr verlaufen ist. Etwa 50 Meter weiter haben wir auch noch ein Stück der erhaltenen Mauer gefunden. Also müssen wir richtig sein."

Dauer

Ausmaße der Stadtmauer veränderten sich

Die entdeckte mittelalterliche Stadtmauer umfasste ein Gebiet, das ungefähr der heutigen Bitburger Innenstadt entspricht. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts sei sie auch noch erweitert worden. Die Frage nach dem Warum, gibt den Archäologen bisher noch Rätsel auf.

Auwändige Baumaßnahme

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die Stadtmauer nicht in mehreren Bauabschnitten, sondern in einem Zug errichtet. Ein Vorgehen, dass für ein solches Bauwerk ziemlich ungewöhnlich ist, sagt der Grabungsleiter.

Das war ja doch eine sehr große infrastrukturelle Maßnahme, die sehr viel Manpower und vor allem viel Geld erforderte. Da hat Bitburg offenbar im 14. Jahrhundert sehr viel Geld in die Hand genommen.

Lars Blöck, Grabungsleiter

Die Archäologen hoffen, bis zum Ende der Grabung noch einige Fragen zu klären und vielleicht auch hinter der Mauer noch etwas zu finden. Das könne Aufschluss darüber geben, ob die Mauer in einer bereits bestehenden Siedlung errichtet wurde, oder ob sie vorher schon stand.

Noch bis Ende des Monats, dürfen die Museumsmitarbeiter weiter suchen. Danach sollen dort die Bagger rollen, weil an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus gebaut werden soll.

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