Nach der Amokfahrt in Trier haben Menschen als Zeichen der Trauer hunderte Kerzen vor der Porta Nigra in Trier aufgestellt.  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Amokfahrt vom 1. Dezember 2020

Trier will Opfern der Amokfahrt am Jahrestag gedenken

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Genau ein Jahr nach der Amokfahrt in der Trierer Fußgängerzone wird es zwei Gedenkveranstaltungen geben. Das hat die Stadt am Montag mitgeteilt.

Geplant ist ein Gottesdienst im Trierer Dom, der zur damaligen Tatzeit um 13:46 Uhr mit Glockengeläut beginnen soll. Das gab Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) am Montag in Trier bekannt. Am Abend soll es ein Konzert mit dem Philharmonischen Orchester der Stadt Trier und der Dommusik im Dom geben. Das Programm sei mit Opfern und Angehörigen abgestimmt, sagte Leibe.

650 Plätze für Gedenkveranstaltungen

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie sind laut Stadt zurzeit für beide Veranstaltungen 650 Plätze vorgesehen. Diese würden vorrangig an die Familien der Opfer vergeben. Eingeladen seien ebenfalls die Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst und Seelsorge. Auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) werde dabei sein. Die Zahl der zugelassenen Zuschauer könne sich allerdings nochmal ändern, das sei abhängig von der Corona-Lage am 1. Dezember. Das SWR Fernsehen wird das Glockengeläut und den ökumenischen Gottesdienst aus dem Dom in Trier live übertragen.

Provisorischer Gedenkort an der Porta Nigra

In Erinnerung an die Opfer werde es an der Porta Nigra, dem Wahrzeichen der Stadt, einen provisorischen Gedenkort geben, kündigte Leibe weiter an. Ein Trierer Steinmetz soll für diesen Ort nun eine vorübergehende Gedenktafel anfertigen. Die soll auch bis zum ersten Dezember fertiggestellt werden, aber insgesamt sehr schlicht gehalten werden. Allerdings ist auch das noch nicht der finale Gedenkort. Darüber wollen die Angehörigen der Opfer Ende Oktober nochmal mit der Stadt sprechen und erst dann wird eine Entscheidung gefällt.  

Amokfahrt Trier: Kerzen und Blumen an der Porta Nigra (Foto: SWR)
An der Porta Nigra hielten nach der Amokfahrt immer wieder Menschen inne, um der Opfer zu gedenken.

Stiftung soll noch in diesem Jahr gegründet werden

Die "Stiftung für die Betroffenen der Amokfahrt erster Dezember 2020" soll im November die Arbeit aufnehmen. Für die Verteilung der Stiftungsgelder ist dann ein Kuratorium zuständig. Dieses besteht unter anderem aus Betroffenen und Angehörigen der Opfer. Die Stiftungsgelder sind vor allem als langfristige Hilfe gedacht, auch für Menschen, die vielleicht erst in fünf Jahren mit ihrem Trauma auf die Stadt zukommen. Aus einem zweiten Geldtopf, der nicht Teil der Stiftung ist, aber auch vom Kuratorium verwaltet wird, sollen dagegen die Direkthilfen fließen, die jetzt und in naher Zukunft notwendig sind. Insgesamt stehen mehr als eine Million Euro Spendengelder zur Verfügung.

Am Samstag hatten sich Opfer der Amokfahrt und Angehörige der Getöteten mit dem Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) und dem Opferbeauftragten des Landes, Detlef Placzek, getroffen.

Am 1. Dezember 2020 war ein Mann mit seinem Auto durch die Fußgängerzone gerast. Dabei wurden fünf Menschen getötet und zahlreiche verletzt.

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