Gedenken der Opfer der Amokfahrt am Jahrestag an der Porta Nigra. (Foto: SWR)

Gedenktag in Trier

Trier trauert um die Opfer der Amokfahrt

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Die Menschen in der Stadt Trier haben am Mittwoch den ganzen Tag der Opfer der Amokfahrt vom 1.Dezember 2020 gedacht. Mit Schweigeminuten und einem Gedenkgottesdienst im Trierer Dom.

"Es ist ein Geschenk leben zu dürfen. Dieses Geschenk wurde manchen genommen."

Eine Schülergruppe des Gymnasiums Saarburg fand wohl die richtigen Worte. Mattea und ihre Mitschüler hatten kleine Tonfiguren gestaltet, die sie mit bewegenden Worten präsentierten. "Diese kleine graue Tonfigur, die ich in den Händen halte, zeigt, wie zerbrechlich, kostbar und flüchtig das Leben ist. Es ist ein Geschenk leben zu dürfen. Dieses Geschenk wurde manchen genommen", sagte Mattea Walter.

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Die Figuren zusammengekauert, den Kopf vergraben in den Händen sollen im Trierer Dom an die Amokfahrt erinnern. Mit ihnen haben die Schülerinnen und Schüler ihre Ängste und Gefühle nach der schrecklichen Tat verarbeitet.

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Rund 400 Besucher im Gedenkgottesdienst

Zum Gottesdienst eingeladen waren die Hinterbliebenen der Opfer, Geschädigte der Amokfahrt sowie Vertreter von Rettungsdiensten, Polizei und Ordnungsbehörden sowie der Trierer Stadtrat. Nach Angaben der Stadt kamen 370 Menschen. Darunter auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD).

"Viele Fragen sind nach wie vor da – und viele bleiben unbeantwortet."

Bischof Stefan Ackermann sagte im Gottesdienst, der 1.Dezember 2020 habe Trier verändert. Auch ein Jahr danach würden die Trierer auch durch die Berichterstattung über den laufenden Gerichtsprozess fast täglich an das schreckliche Ereignis erinnert.

"Die Amokfahrt kann niemand in Trier vergessen", sagte der Vize-Präses der evangelischen Kirche im Rheinland, Christoph Pistorius, "weil sie über so viele Menschen Leid und Schrecken gebracht hat".

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Schweigeminuten für die Opfer der Amokfahrt

Vor Beginn des Gottesdienstes läutete um 13:46 die Glocken des Trierer Doms- vier Minuten lang. So lange war der Amokfahrer mit seinem Wagen vor einem Jahr durch die Trierer Fußgängerzone gerast. Fünf Menschen starben, viele wurden verletzt. Vier Minuten lang wurde die Trierer Fußgängerzone heute Mittag zu einem Gedenkort. Die Menschen blieben stehen, schwiegen und gedachten der Opfer der Amokfahrt.

"Trauer und Schmerz noch immer sehr groß"

Ministerpräsientin Dreyer, die in Trier wohnt, sprach im Anschluss von einem würdigen Gottesdienst. Es sei spürbar, dass Trauer und Schmerz noch immer sehr groß seien. Sie wolle den Betroffenen zusichern: "Wir werden Sie nicht vergessen." Oberbürgermeister Leibe sagte, wichtig sei ihm, dass es im zurückliegenden Jahr vor allem um die Opfer, die Verletzten und Traumatisierten gegangen sei und der Täter nicht im Vordergrund gestanden habe. Auch Wolfgang Hilsemer, dessen Schwester und Schwager getötet wurden, war bewegt von der Gedenkfeier.

Requiem in der Konstantinbasilika

Am Abend des 1. Dezember 2021 fand in der Konstantinbasilika in Trier ein Requiem statt. Es wurde vom Philharmonischen Orchester der Stadt Trier, dem Domchor, dem Opernchor und Mitgliedern des Bachchores gestaltet.

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