Auf der Airbase Spangdahlem findet die Gedenkfeier zum 20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA statt. Am 11. September 2001 waren von Islamisten entführte Flugzeuge in die Türme des World Trade Centers in New York eingeschlagen.  (Foto: SWR, Dunja von Morzé)

Zeremonie auf US-Luftwaffenstützpunkt

Gedenken an 9/11 auf US-Airbase Spangdahlem

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Dunja von Morzé

20 Jahre liegen die Terroranschläge vom 11. September zurück. Auf der US-Airbase Spangdahlem im Eifelkreis Bitburg-Prüm erinnern sich Soldaten und Zivilbeschäftigte an die grausamen Attentate.

Fast jeder kann sich heute noch erinnern, wo er war, als die Flugzeuge am 11. September 2001 ins World Trade Center in New York flogen. Chief Master Sergeant Toby B. Roach war damals in New Mexico, kurz vor seiner Stationierung nach Spangdahlem. Er hatte den Fernseher damals eher zufällig früh am Morgen eingeschaltet.

Der US-Soldat traute seinen Augen kaum, als er die Bilder sah. Er weckte seine Familie. Der Tag hat sich - wie er sagt - für immer in seine Erinnerung eingegraben.

Bilder aus den USA machen fassunglos

Bernhard Schäfer, Zivilbeschäftiger auf der US-Airbase in Spangdahlem war damals in seinem Büro im Hauptquartier. Am frühen Nachmittag rief ihn seine Tochter an: "Mach' sofort den Fernseher an! Da ist was passiert", rief sie in den Hörer.

Schäfer benachrichtigte andere, gemeinsam sahen sie die schrecklichen Bilder vom brennenden World Trade Center. Schockiert. Sprachlos. Schäfer glaubte zuerst, es sei ein Unfall. Auf der Airbase in der Eifel herrschte Fassungslosigkeit.

Memorial in Spangdahlem in Gedenken an die terroristischen Anschläge am 11. September 2001 (Foto: SWR)
Memorial auf der US-Airbase in Spangdahlem in Gedenken an die terroristischen Anschläge vom 11. September 2001.

Anteilnahme auf US-Airbase Spangdahlem war groß

Schon am nächsten Tag lagen Kerzen, Karten und Blumen vor dem Tor der US-Airbase Spangdahlem - von Familien aus der Eifel. Politiker und Privatleute schrieben Briefe an den damaligen Commander, in denen sie ihr Mitgefühl ausdrückten.

Eine Grundschule aus Kenn (Kreis Trier-Saarburg) hatte damals ein ganzes Album gebastelt - mit Kinderbriefen, Zeichnungen und guten Wünschen. Bernhard Schäfer ist immer noch gerührt, wenn er die Mappe mit den Briefen von damals zur Hand nimmt.

Schreiben der Kinder der Grundschule Kenn nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 (Foto: SWR)
Schreiben der Kinder der Grundschule Kenn nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Beziehungen in der Eifel gewachsen

Die Beziehungen waren schon vorher über die Jahre gewachsen - zwischen den Eifelern und den Amerikanern. Aber durch die Ereignisse am 11. September wurden sie nach Schäfers Beobachtung noch stärker.

Auch Chief Master Sergeant Toby B. Roach erinnert sich, dass sogar die Bundeswehr den Luftwaffenstützpunkt damals unterstützte - mit Eingangskontrollen am Tor der US-Airbase. Er sagt, die Deutschen hätten ihnen immer geholfen.

Deutsch-Amerikanische Freundschaft gestärkt

Auch Wittlichs Bürgermeister Joachim Rodenkirch (CDU) glaubt, dass die Verbindungen zwischen Deutschen und Amerikanern durch die Terroranschläge vor 20 Jahren eher noch enger geworden sind.

Man treffe sich auf vielen Veranstaltungen. Der Austausch sei gut. Regelmäßig sei er als Bürgermeister neben anderen Politikern aus der Region Trier auf der Airbase zu Gast.

Die Anschläge hätten diese Verbindungen nicht unterbrochen - sondern im Gegenteil verstärkt. Denn die Amerikaner seien Freunde. Und in solchen Situationen stehe man zu seinen Freunden, so Rodenkirch.

Auf der US-Airbase Spangdahlem wird am Freitagnachmittag mit einer Zeremonie an den 20. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 gedacht. Auch Kommunalpolitiker aus der Region Trier wie Wittlichs Bürgermeister Rodenkirch sind dabei.

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