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Ab Mittwoch ist wieder Urlaub auch in der Region Trier erlaubt, wenn auch mit Einschränkungen. Ein Lichtblick für Gastronomen, Hoteliers und Campingplatz-Besitzer.

Die Corona-Infektionszahlen im Land gehen zurück. Im Drei-Stufen-Plan der Landesregierung für Corona-Lockerungen ist ab Mittwoch auch kontaktarmer Urlaub möglich.

Erlaubt sind dann wieder Übernachtungen in Ferienwohnungen, aber auch Urlaub auf Campingplätzen in Wohnwagen mit eigenen Sanitäranlagen sowie Übernachtungen in Hotels, wenn etwa Frühstück auf dem Zimmer und ein eigenes Bad angeboten werden. Für den Aufenthalt sei ein Test bei Anreise und danach alle 48 Stunden notwendig, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Lichtblick für Campingplatz-Besitzer

Dass die Campingplätze öffnen dürfen - wenn auch unter eingeschränkten Bedingungen - beruhigt Campingplatz-Besitzerin Sabine Schmitz aus Erden (Kreis Bernkastel-Wittlich). Die Sanitäranlagen würden zwar erst im Juni geöffnet, dennoch freue sie sich darauf, dass endlich wieder Gäste kommen können.

"Die Abstandsmarkierungen vom letzten Jahr sind noch da. Auch unsere Stellplätze sind so groß, dass die Camper locker drei bis vier Meter Abstand zu ihren Nachbarn halten können."

Campingplatz-Besitzerin Sabine Schmitz aus Erden  (Foto: SWR)
Campingplatz-Besitzerin Sabine Schmitz aus Erden: "Jetzt haben wir wenigstens eine kleine Perspektive, ein Lichtblick, dass gelockert wird."

Allerdings beklagt sie, dass von der Landesregierung nicht eindeutig gesagt worden sei, ob die Gäste sich auf den Campingplätzen testen müssen. Einige Buchungen seien wieder storniert worden, da die Gäste fälschlicherweise davon ausgegangen seien, einen Schnelltest machen zu müssen. Das ist aber nicht so.

Allein ist sie mit ihrer Kritik nicht. Auch andere Campingplatz-Betreiber in der Region Trier mussten das ihren Gästen erklären. Dennoch betrachten sie die Öffnungen als ein positives Signal.

Richtige Richtung - Auch in der Hotel-Branche

Der Besitzer des Hotels Burgblick in Bernkastel-Kues, Ralf Horstmann, ist zuversichtlich, dass es jetzt vorangeht. Allerdings hätte er sich konkretere Aussagen zu den Öffnungsstrategien in Hotels gewünscht. So sei etwa noch unklar, ob Oberflächen, zum Beispiel von Tischen oder Stühlen, weiterhin desinfiziert werden müssen, obwohl das Risiko einer sogenannten Schmierinfektion als gering eingestuft werde, oder ob eine normale Reinigung ausreiche.

Außerdem wüsste er gern, ob er und sein Personal die geforderten Schnelltests durchführen dürfen oder die Gäste dafür in ein Testzentrum müssen.

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Welche Regeln gelten wo?

Aber auch ganz praktische Probleme treiben den Gastronomen um. Gibt es genug Tabletts im Betrieb, um allen Gästen das Frühstück aufs Zimmer bringen zu können? Ist Frühstücken auf den Außenterrassen gestattet, wenn die gleichen Regeln wie in Restaurants mit Außengastronomie befolgt werden?

"Das ist alles kein Hexenwerk, wir werden dafür schon Lösungen finden", urteilt Horstmann aber zuversichtlich. Er vermutet, dass die Regierung Zeit gewinnen möchte, um die Inzidenzen zu beobachten.

"Ungeachtet dessen sind wir der Meinung, dass wir längst schon hätten öffnen können."

Kritik vom Gaststättenverband

Grundsätzlich begrüßen die Verantwortlichen, dass die Corona-Regeln im Land gelockert werden. Die Kreisvorsitzende des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA) im Kreis Trier-Saarburg, Astrid Hau, kritisiert, dass die Innengastronomie erst ab Pfingsten öffnen darf, sofern die Inzidenz unter 50 liegt. Gäste müssen einen Test machen. Die Öffnungsschritte gingen nicht weit genug.

"Es ist für uns wieder enttäuschend, dass wir Pfingsten noch nicht komplett öffnen dürfen. Es geht für uns erst richtig weiter, wenn wir die Hotels und die Gastronomie komplett öffnen dürfen."

Die Gastronomie ist gebeutelt

Markus Reis, Gastronom aus Zeltingen-Rachtig, ist von den Lockerungen enttäuscht. Er hatte gehofft, dass an Pfingsten in Rheinland-Pfalz die gleichen Regeln in der Gastronomie gelten, wie in Luxemburg. Dass man draußen ohne Test sitzen darf, drinnen nur mit einem negativen Testergebnis.

Gastronom Marcus Reis (links im Bild) aus Zeltingen-Rachtig  (Foto: SWR)
Marcus Reis (links im Bild) aus Zeltingen Rachtig: "Es werden auf jeden Fall Gäste verloren gehen. Die Leute können überall ins Ausland fahren und wir hinken hinterher. Das ist nicht richtig."

"Schlimm, wenn es Wochenende ist und die Leute können nicht in der Gastro was trinken. Ist doch alles Mist."

Muttertag wäre wichtig gewesen.

Auch Reza Deghdar sieht das so. Sein Gastronomiebetrieb liegt direkt auf der anderen Seite zu Luxemburg, in Oberbillig (Kreis Trier-Saarburg). Neidisch blickt er hinüber. Vor allem das Muttertagsgeschäft wäre wichtig gewesen. "Normalerweise sind wir zu dieser Zeit ausgebucht, jetzt haben wir gerade einmal drei Anfragen", beklagt der Gastwirt. Er glaubt nicht, dass mit der stufenweisen Öffnung nun auch der große Ansturm kommt.

Aufwand ist zu groß

Das liege daran, dass die Regelungen sich von heute auf morgen wieder ändern könnten und viele Leute dann nicht mehr wissen, was sie noch dürfen und was nicht. In seinem Betrieb könne er den Gästen nun auch kein Frühstück mehr anbieten, denn die Zimmer liegen in einem anderen Gebäude als die Küche. Der Aufwand, jedem Gast das Frühstück aufs Zimmer zu bringen, sei nicht zu stemmen.

Reza Deghdar, Gastronom aus Oberbillig im Kreis Trier-Saarburg (Foto: SWR, Franziska Wonnebauer)
Reza Deghdar, Gastronom aus Oberbillig im Kreis Trier-Saarburg: "Jedes mal heißt es hin und her. Man will wissen, was kommt. Warenbestellung, Personalplanung, was kann ich überhaupt einkaufen? Das ist ein Fass ohne Boden. Man steht da und weiß nicht, was kommt. Alles durcheinander." Franziska Wonnebauer

"Die Leute sind nicht bereit, einen Schnelltest zu machen. Wir liegen am Radweg. Die Menschen wollen schnell weiter."

Dann seien da noch die Schnelltests. Wer nur schnell ein Bierchen auf der Terrasse trinken will, hat keine Lust auf ein Stäbchen in der Nase, meint Deghdar. Die Testpflicht müsse abgeschafft werden. Erst dann könne es für die Gastwirte wieder richtig voran gehen.

Weitere Lockerungen zu Pfingsten

Die zweite Stufe der Lockerungen ist zum Pfingstwochenende geplant. Ab 21. Mai und bei einer Inzidenz von unter 50 darf die Gastronomie auch innen wieder öffnen, mit Abstand, Test und Maske.

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