In einem Spiegel spiegelt sich ein Arbeitszimmer eines Bordells (Foto: dpa Bildfunk, Tom Weller)

Mutmaßliche Zuhälterin vor Gericht

Chinesin bestreitet Zwangsprostitution in Trier

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Eine Chinesin, die sich seit Montag vor dem Landgericht Trier wegen Zwangsprostitution verantworten muss, hat die Vorwürfe abgestritten. Sie sei nicht Täterin, sondern Opfer.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat die Angeklagte andere Chinesinnen als Prostituierte für sich arbeiten lassen. Die Frau habe unter anderem in Trier und Kaiserslautern Hotels und Ferienwohnungen angemietet. Dort hätten die Prostituierten aus China ihre Freier empfangen.

Staatsanwalt geht von Ausbeutung aus

Mindestens die Hälfte ihres Lohns mussten die Frauen laut Anklage an die mutmaßliche Zuhälterin abgeben. Sie habe deren Situation in einem fremden Land ausgenutzt und sie ausgebeutet. Bei den Treffen habe sie die Chinesinnen überwacht und sei in ihrer Nähe gewesen, so die Staatsanwaltschaft.

Chinesin streitet Zwangsprostitution ab

Am ersten Prozesstag am Montag bestritt die Angeklagte die Vorwürfe. Sie habe ihren Landsfrauen in Deutschland lediglich helfen wollen. Daher habe sie in einzelnen Fällen Hotelzimmer oder Appartements für sie angemietet. Auch Termine mit Freiern haben sie vereinbart.

Prostituierte nie ausgenutzt

Nach Angaben der Angeklagten hat sie die Frauen nicht ausgebeutet. Für ihre Tätigkeiten habe sie kein Geld erhalten. Auch habe sie die Frauen bei ihren Terminen nicht überwacht.

Angeklagte sieht sich als Opfer einer Bande

Die 50-jährige Chinesin, die 1997 für ein Deutschstudium nach Erfurt kam, gab vor Gericht an, ihre Gutmütigkeit sei ausgenutzt worden. Einige der Prostituierten bezeichnete sie als Kopf einer Bande. Sie selbst sei keine Täterin, sondern Opfer.

In Deutschland nie richtig Fuß gefasst

Nach eigenen Angaben lernte die Angeklagte die ersten chinesischen Prostituierten in einer Frankfurter Karaoke-Bar kennen. Bis dahin war sie nach eigener Aussage mit mehreren Geschäftsideen in Deutschland gescheitert. Unter anderem mit einer Firma für Geschenkartikel und mit China-Restaurants. Schon nach kurzer Zeit seien die Geschäfte pleite gegangen. Nach dem Tod ihres Vaters 2015 habe sie Depressionen gehabt und zuletzt von Sozialhilfe gelebt.

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