Die Idar-Obersteiner Felsenkirche gleicht derzeit einer Werbetafel. Trotzdem wird sie am Wochenende wiedereröffnet (Foto: SWR)

Wahrzeichen der Stadt

Bauzeit und Kosten explodiert: Idar-Obersteiner Felsenkirche feiert Wiedereröffnung

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Maximilian Storr

Lange war die Idar-Obersteiner Felsenkirche für Besucher geschlossen. An diesem Wochenende wird sie wiedereröffnet. Bauzeit und Kosten sind allerdings aus dem Ruder gelaufen.

Aus der Ferne gleicht die Idar-Obersteiner Felsenkirche einer Werbetafel. Denn das Gerüst für die Malerarbeiten steht noch. Und so sieht man statt der Kirche die Werbebanner der lokalen Handwerker. Nichts deutet daraufhin, dass das Wahrzeichen der Stadt am Wochenende wiedereröffnet werden soll.

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Gleich drei Veranstaltungen sollen zur Wiedereröffnung stattfinden. Das sei so schon lange geplant gewesen, erzählt Wolfgang Becker, Kirchenmeister der evangelischen Gemeinde in Idar-Oberstein. Die Gemeinde habe gehofft, dass die Bauarbeiten bis dahin abgeschlossen seien, "aber leider sind viele Probleme aufgetreten, die die Reparaturarbeiten in die Länge gezogen haben."

Einsturzgefahr durch Felsen drohte

Probleme gab es nicht nur bei der Sanierung der Fassade: Seit Herbst 2018 hat kein Besucher mehr einen Fuß in die Kirche gesetzt. Denn die Sicherung der Felsen rund um die Kirche war aufwendiger als zunächst angenommen. Es drohte Einsturzgefahr.

Die Sicherungsarbeiten sollten eigentlich nur drei Monate dauern, erzählt Becker. Während der Bauarbeiten sei aber klar geworden: Die Arbeiten am Fels werden komplizierter als gedacht. Aus drei Monaten sind drei Jahre geworden. Dabei seien nicht nur die Bauzeit, sondern auch die Kosten explodiert.

"Ursprünglich war die Sanierung mit 312.000€ veranschlagt. Jetzt sind wir bei fast fünf Millionen Euro gelandet."

Die Kosten teilen sich die Stadt Idar-Oberstein, das Land Rheinland-Pfalz und der Kirchenkreis Obere Nahe. Gerade für die Kirche seien das enorme Summen, sagt Becker. Wer am Ende wie viel zahlen muss, sei aber noch genau zu klären.

Klar ist dagegen, dass die Gemeinde in Zukunft wieder auf viele Besucher der Felsenkirche hofft. In der Vergangenheit seien es bis zu 100.000 pro Jahr gewesen, sagt Becker.

Kirchenmeister Wolfgang Becker freut sich über die Wiedereröffnungsfeier in der Felsenkirche am Wochende: "Die Felsenkirche ist einfach ein Stück Heimat." (Foto: SWR)
Kirchenmeister Wolfgang Becker freut sich über die Wiedereröffnungsfeier in der Felsenkirche am Wochende: "Die Felsenkirche ist einfach ein Stück Heimat."

Doch ob in diesem Jahr schon Interessierte in die Felsenkirche können, ist fraglich. Noch sind nicht alle Arbeiten abgeschlossen. Außerdem sei es gerade schwierig, geeignetes Personal, zum Beispiel für den Eintritt oder die Führungen zu finden. "Wir versuchen trotzdem Ende Oktober für eine Woche zu öffnen", ist Becker zuversichtlich.

Und selbst wenn es erst im kommenden Jahr so richtig losgehen sollte, sei die Vorfreude riesig.

"Hier sind die Idar-Obersteiner teilweise getraut, teilweise konfirmiert worden. Die Felsenkirche ist einfach ein Stück Heimat. Und das will jeder wieder im Glanze sehen."

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