Heike Liesch ist die erste Frau bei der Berufsfeuerwehr in Trier. (Foto: SWR, Andrea Meisberger)

Kindheitstraum erfüllt

Allein unter Männern: Erste Frau bei der Berufsfeuerwehr Trier

STAND
AUTOR/IN

Es hat lange gedauert, doch jetzt hat es mit Heike Liesch die erste Frau in die Berufsfeuerwehr Trier geschafft. Ein Weg, der nicht einfach war.

Heike Liesch hängt an einem Seil. Gerade wird sie runter in ein Loch gelassen. Daraus soll sie eine Übungspuppe retten, die für eine Person steht, die dort reingefallen ist. Das ist alles Teil ihrer Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr Trier.

Die macht Heike Liesch gemeinsam mit elf anderen Feuerwehrleuten, die nicht nur aus Trier, sondern auch von der Berufsfeuerwehr Mainz und Köln kommen.

Heike Liesch trainiert in ihrer Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr Trier, wie sie in Löcher gestürzte Personen birgt.  (Foto: SWR, Andrea Meisberger)
Heike Liesch trainiert in ihrer Ausbildung, wie sie Personen, die beispielsweise in ein Loch gestürzt sind, sicher nach oben bringt. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
In der Ausbildung muss Heike Liesch neben den praktischen Übungen auch den theoretischen Unterricht besuchen. Außerdem muss sie Dienstsport treiben und das Rettungsschwimmerabzeichen sowie das deutsche Sportabzeichen machen. Andrea Meisberger Bild in Detailansicht öffnen
Heike Lieschs Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr Trier dauert 18 Monate. Die Grundausbildung dauert fünf Monate. Danach muss sie ein sogenanntes Wachpraktikum machen, was nichts anderes als ein normaler Einsatzdienst ist. Bild in Detailansicht öffnen

Kindheitstraum Feuerwehrfrau

Bis zu ihrer Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr Trier hat Heike Liesch 17 Jahre als Notfallsanitäterin gearbeitet. Dass sie jetzt den Sprung in die Berufsfeuerwehr geschafft hat, sei die Erfüllung eines Kindheitstraums, erzählt die 36-Jährige.

"Wenn ich in ein Poesiealbum meinen Berufswunsch schreiben musste, stand da immer Feuerwehrfrau. Das war und ist mein absoluter Traumberuf."

Sporttest ist auch für Frauen machbar

Heike Liesch fand den obligatorischen Sporttest zwar anstrengend, bezeichnete ihn aber als machbar. Um sich auf die vielen verschiedenen Disziplinen vorzubereiten, hat sie sich zu Hause einen Parcours aufgebaut, um zu trainieren.

Sporttest muss "nur" noch bestanden werden

In der Vergangenheit wurde immer viel über den Sporttest diskutiert, der als Voraussetzung gilt, um die Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr machen zu können. Die Grünen forderten Anfang des vergangenen Jahres, dass Frauen und Männer unterschiedliche Tests machen sollten.

Das wurde von der Stadt aber abgelehnt. Stattdessen einigte man sich darauf, dass der Test ab 2021 zwar einheitlich bleibt, jedoch nur bestanden werden muss. Das Ergebnis an sich zählt nicht mehr.

Allein unter Männern - kein Problem

Dass Heike Liesch allein unter Männern ist, macht ihr nichts aus. Das kenne sie schon aus ihrer Zeit bei den Notfallsanitätern. Da seien die Frauen auch in der Unterzahl gewesen. Den ein oder anderen Spruch muss sie sich dennoch manchmal anhören. Aber sie weiß, dass ihre Kollegen das nicht böse meinen.

"Das sind alles meine großen Brüder."

Vorbild für andere Frauen

Heike Liesch sieht sich auch als Vorbild für andere Frauen, die zur Feuerwehr wollen. Sie ist der Meinung, dass jede, die gerne zur Feuerwehr möchte, das auch versuchen sollte.

Frauen in Berufsfeuerwehren in Rheinland-Pfalz

Auch in anderen Berufsfeuerwehren in Rheinland-Pfalz arbeiten bereits Frauen. Beispielsweise sind bei der Berufsfeuerwehr Mainz insgesamt zwölf Frauen beschäftigt. Vier sind im Einsatzdienst, acht in der Verwaltung.

Bei der Berufsfeuerwehr in Koblenz ist nach eigenen Angaben nur eine Frau im Löschzug. In der Verwaltung seien weitere weibliche Mitarbeiterinnen tätig. Auch in Ludwigshafen ist im Einsatzdienst der Berufsfeuerwehr derzeit nur eine Frau. Im aktiven Dienst der freiwilligen Feuerwehr sind es insgesamt 17, so eine Sprecherin der Stadt.

Trier

vor Ort Allein unter Männern - Dachdeckerin Miriam aus Morbach

Eine Frau im Handwerksberuf? Sollte 2021 kein Thema mehr sein – ist es manchmal aber immer noch. Dachdeckerin Miriam kommt damit klar und lässt dumme Sprüche an sich abprallen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN