Das Insolvenzverfahren am Flughafen Hahn (Hunsrück) läuft (Foto: SWR)

Nach erneuter Razzia am Flughafen Hahn

Vorläufiger Insolvenzverwalter unterstützt Staatsanwaltschaft

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Im Zusammenhang mit Steuerermittlungen bei Firmen am Hunsrück-Flughafen Hahn hat sich der Verdacht ausgeweitet. Der vorläufige Insolvenzverwalter kündigt an, die Ermittler zu unterstützen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter am Flughafen Hahn, Jan Markus Plathner, geht davon aus, dass sich die ausgeweiteten Steuerermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht auf das Flughafengeschäft auswirken werden. Selbstverständlich ist das laut Insolvenzexperten nicht – es gebe Fälle, in denen die Beschlagnahmung von Beweismitteln beispielsweise von Computern den Geschäftsbetrieb unmöglich mache.

Insolvenzverwalter sagt Unterstützung zu

Der vorläufige Insolvenzverwalter Plathner sichert der Staatsanwaltschaft außerdem zu, die Ermittlungen in vollem Umfang zu unterstützen. Auch wegen Haftungsfragen. Dahinter steckt: Sollte illegales Handeln nachgewiesen werden, haben die Gläubiger ein Interesse daran, dass die Täter für einen möglichen Schaden haftbar gemacht werden. 

Insgesamt vier Beschuldigte

Nach Angaben der Ermittler wird nun gegen vier Verantwortliche von sechs am Hahn tätigen Gesellschaften ermittelt - sowie gegen den Geschäftspartner eines bisher schon Beschuldigten. 75 Einsatzkräfte verschiedener Polizeipräsidien in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg sowie der Steuerfahndung Trier hätten am Dienstag Wohn- und Geschäftsräume der Firmen und der Beschuldigten durchsucht. Weitere Details nannten die Ermittler nicht.

Nach einem Bericht des "Cochemer Wochenspiegels" soll es um den Verdacht der Steuerhinterziehung und des Subventionsbetrugs gehen.

Ermittlungen dauern an

Die vor etwa einem Jahr begonnenen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Koblenz am Hunsrück-Flughafen Hahn sind noch lange nicht abgeschlossen. "In diesem Jahr ist nicht mehr mit einem Verfahrensabschluss zu rechnen", teilte die Behörde mit.

Großer Umfang an Beweismitteln

Nach einer Razzia im Juli 2020 bei "sechs am Flughafen Hahn tätigen Gesellschaften" hatte die Staatsanwaltschaft zusammen mit der Steuerfahndungsstelle des Finanzamtes Trier gegen drei "Verantwortliche" Ermittlungen aufgenommen. Deren unbestimmte Dauer ist laut Staatsanwaltschaft "unter anderem auf den großen Umfang der auszuwertenden digitalen und in Papierform vorliegenden Beweismittel zurückzuführen".

Flughafen Hahn insolvent

Der ehemalige Militärflughafen Hahn gehört zu 82,5 Prozent dem angeschlagenen chinesischen Großkonzern HNA und zu 17,5 Prozent dem Land Hessen. Die Beteibergesellschaft des Flughafens hatte im Oktober Insolvenz angemeldet. Der vorläufige Insolvenzverwalter sucht derzeit nach einem neuen Investor.

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