Der Tower des Flughafens Hahn. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen Verdächtige zu Betrug am Flughafen Hahn. (Foto: dpa Bildfunk, Thomas Frey)

Staatsanwaltschaft Koblenz prüft Betrugsvorwürfe

Ermittlungen gegen Verantwortliche am Flughafen Hahn

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Am Hunsrück-Flughafen Hahn gibt es laut Staatsanwaltschaft Koblenz Verdacht auf bandenmäßige Untreue, Subventionsbetrug und Insolvenzverschleppung. Zweimal gab es dort eine Razzia.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen vier Beschuldigte am Flughafen Hahn wegen des Verdachts der bandenmäßigen Untreue und des Subventionsbetrugs. Im Visier sei außerdem ein Geschäftspartner. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, handelt es sich bei den Männern um Verantwortliche von insgesamt sechs Unternehmen, die am Flughafen Hahn tätig waren.

Vier der fünf beschuldigten Männer stehen in Verdacht, mit einem "gemeinsamen Tatplan" zwischen Juli 2017 und Mai 2020 mit Untreue und bandenmäßiger Untreue bei Firmen große Vermögensverluste verursacht haben. Drei der Beschuldigten sollen in mehreren Fällen unter anderem Einnahmen der Unternehmen für sich privat verbucht haben.

Rechnungen ohne Leistung bezahlt

In zwei Fällen sollen sie außerdem beispielsweise Rechnungen bezahlt haben, obwohl sie wussten, dass der Rechnungsaussteller keine Leistung erbracht hätte. Mieteinkünfte eines Unternehmens seien nicht verbucht worden. Auch hätten sie Betriebsausgaben nicht verringert, obwohl das möglich gewesen sei. Die Ermittler sprechen von Schäden für die Gesellschaften am Hahn in erheblichem Ausmaß.

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Weiterer Vorwurf: Subventionsbetrug

Die Staatsanwaltschaft wirft den vier Männern zudem Subventionsbetrug vor. So sollen die Verdächtigen durch falsche Angaben bei den Betriebsausgaben Zuschüsse vom Land Rheinland-Pfalz bekommen haben. Der Schaden beläuft sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft auf 400.000 Euro, die das Land aufgrund der fiktiven Angaben als Subventionen ausgezahlt hat.

Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung

Mit Blick auf fünf Firmen bestehe zudem bei drei Beschuldigten der Anfangsverdacht der Insolvenzverschleppung im Sommer und Herbst 2021.

Der Flughafen Hahn meldete im Oktober 2021 Insolvenz an. Der inzwischen ebenfalls angeschlagene chinesische Großkonzern HNA hatte 2017 für rund 15 Millionen Euro 82,5 Prozent des Flughafens vom Land Rheinland-Pfalz erworben. Die übrigen 17,5 Prozent hält noch das Land Hessen. Die Suche nach Investoren läuft.

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