Eine Frau wird gegen das Corona-Virus geimpft - die Kontrolle der Impfpflicht im Gesundheitswesen stellt Gesundheitsämter in der Region Trier vor Herausforderungen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, dpa Bildfunk,  Bernd Weißbrod)

Einrichtungsbezogene Impfpflicht

Kontrolle wird für Gesundheitsämter in der Region Trier zur Herausforderung

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Seit Dienstag müssen alle Beschäftigten im Gesundheitswesen geimpft sein. Kontrollieren müssen das die Gesundheitsämter und das bedeutet eine Menge zusätzliche Arbeit.

Die Gesundheitsämter in der Region Trier haben eigentlich genug zu tun, denn die Infektionszahlen steigen weiterhin, bestätigt Joachim Christmann, Geschäftsbereichsleiter für Jugend, Soziales und Gesundheit beim Gesundheitsamt Trier. Zusätzlich kommt jetzt noch der Krieg in der Ukraine hinzu. Zahlreiche Kriegs-Flüchtlinge finden auch in der Region Trier Zuflucht. Auch sie benötigten Impfungen und Untersuchungen, so die Ämter.

Gesundheitsämter kommen an ihre Grenzen

Die nun gesetzlich vorgeschriebene Kontrolle der einrichtungsbezogenen Impfpflicht bedeutet noch mehr Aufgaben. Dabei arbeiten die Gesundheitsämter, laut eigener Einschätzung, seit einiger Zeit an der Grenze der Belastbarkeit. Bereits vor Wochen hatten deshalb die Gesundheitsämter in der Region Trier davor gewarnt, dass die zusätzliche Aufgabe nicht zu stemmen sei. Genützt haben die Einwände offenbar nichts. Die Impfpflicht ist da und muss nun kontrolliert werden.

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Hoher Verwaltungsaufwand befürchtet

Das Problem dabei: Zum jetzigen Zeitpunkt sei noch völlig unklar, wie aufwendig die Kontrollen wirklich werden. Denn die Einrichtungen müssen zunächst ihre ungeimpften Mitarbeitenden auf einem Portal des Landes melden. Dann müssen die Gesundheitsämter jeden einzelnen Fall prüfen. Zum Beispiel ob plausible Gründe, wie ein ärztliches Attest vorliegen, die eine Corona-Impfung bei ihnen bislang nicht möglich machten.

"Die Impfquote scheint bei uns sehr hoch zu sein, das stimmt mich zuversichtlich. Wir rechnen beispielsweise für die Stadt Trier und den Landkreis Trier-Saarburg mit etwa 1.000 Personen, die uns über das Portal gemeldet werden."

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Bußgelder drohen bei Nicht-Meldung

Die Einrichtungen und Pflegedienste sind übrigens gesetzlich verpflichtet, ihre ungeimpften Mitarbeitenden zu melden, sonst drohe ein Bußgeld, sagt Christmann. Die Situation einfach auszusitzen, sei also keine gute Idee. Den Beschäftigten, die keine Impfung nachweisen könnten, drohten unter anderem Bußgelder, ein Tätigkeits-oder Betretungsverbot der Einrichtung, so Christmann.

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SWR