Terassentüren niemals gekippt lassen: Auch in der Region Trier haben sich Einbrecher solchen Leichtsinn zunutze gemacht. (Foto: dpa Bildfunk, Philipp von Ditfurth)

Einbruchserie an der Mittelmosel

Mehr als 40 Einbrüche in einem Monat in der Region Trier

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Einbrecher halten derzeit die Polizei auf Trab. Der SWR hat mit dem Wittlicher Kripo-Chef über die auffällige Häufung der Fälle an der Mittelmosel gesprochen.

Patrick Niegisch hat erst im Oktober die Leitung der Kriminalinspektion Wittlich übernommen und schon hat der 40-Jährige es mit einer Serie von Einbrüchen in der Region zu tun.

Mehr als 40 Taten verzeichnet das Polizeipräsidium Trier allein seit Anfang Dezember in der Eifel, im Hunsrück und an der Mosel. Zum Vergleich: 2020 waren es gerade einmal 19, also nur die Hälfte. Und die meisten Tatorte liegen im Dienstbezirk und in der Zuständigkeit der Wittlicher Ermittler. 

An der Mosel könnte eine Einbrecher-Bande unterwegs sein

"Eine Häufung von Einbrüchen im Winter ist erstmal nichts Ungewöhnliches", sagt Kripo-Leiter Niegisch dazu. Allerdings seien es - insbesondere an der Mittelmosel - auffällig viele Fälle. Es könne demnach gut sein, dass die Einbrüche rund um Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach und Zell auf das Konto einer organisierten Bande gehen.

Verdächtige gibt es laut Niegisch keine, die Ermittlungen laufen noch: "Es werden Nachbarn befragt, Zeugen vernommen und Spuren ausgewertet."

"Wegen der örtlichen und zeitlichen Nähe der Taten kann man schon von einer Serie sprechen."

Einbrecher in Platten geschnappt

Ob es so gelingen kann, die Einbrecher zu schnappen, ist unklar. Denn ausländische Verbrecherbanden sind laut Polizei oft schwer zu erwischen. Sie gehen organisiert und hochprofessionell vor. Und sie nutzen Fluchtwege über die vielen Grenzen in der Region, etwa nach Luxemburg, Belgien oder Frankreich.

Manchmal gelingt es allerdings doch, sie zu erwischen, wie der Wittlicher Kripo-Leiter zu berichten weiß: "Ende November konnten wir in Platten (Kreis Bernkastel-Wittlich) Mitglieder einer aus Rumänien stammenden Bande festnehmen."

Durch einen Zeugenhinweis waren die Ermittler auf die Spur der Männer gekommen, die im Verdacht stehen, mehrere Einbrüche in der Region verübt zu haben.

Die Dietrichstraße in Trier ist einer der Tatorte der jüngsten Einbruchserie. (Foto: SWR)
Die Dietrichstraße in Trier ist einer der Tatorte der jüngsten Einbruchserie. Kriminelle haben hier die Türen von Restaurants und Geschäften aufgebrochen. Im Änderungsatelier Sonja Schweinheim haben die Verbrecher auch Beute gemacht.

Einbrüche auch in Trier, Bitburg und Idar-Oberstein

Die Fälle aus dem Dezember und Januar sind bislang ungeklärt. Obwohl es Spuren gebe, wie es beim Polizeipräsidium Trier heißt. Bürger hätten wertvolle Hinweise geliefert, denen nun nachgegangen werde, sagt Pressesprecher Marc Fleischmann.

Die Lage allerdings ist komplex. Denn Einbrüche gab es neben der Serie an der Mittelmosel auch an vielen anderen Orten in der Region.

Auf dem Flugplatz Bitburg traf es rund um die Feiertage gleich mehrere Unternehmen, in der Trierer Dietrichstraße versuchten die Täter, in Geschäfte einzudringen. Und in Großlittgen und Hasborn in der Eifel, in Hermeskeil im Hochwald und in Idar-Oberstein stiegen die Täter jeweils in Wohnungen ein.

Diebe erbeuten 50.000 Euro in Zell

Immerhin: Bei 13 Fällen blieb es laut Polizei beim Versuch. Die Täter mussten also ohne Beute abziehen, wie etwa Anfang Januar in Kanzem an der Saar (Kreis Trier-Saarburg). In Zell an der Mosel hingegen konnten die Kriminellen kurz nach Weihnachten mit Beute im Wert von 50.000 Euro flüchten.  

Um das in Zukunft zu verhindern, bittet die Polizei um Zeugenhinweise. Haben Sie verdächtige Beobachtungen gemacht? Dann melden Sie sich bei der Kriminalpolizei Trier unter Telefon: 0651/9779-2290 oder bei der Kriminalinspektion in Wittlich unter Telefon: 06571/95000.

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